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Shopware

Make or buy: Wann ein fertiges Shopware-Plugin schlauer ist als Eigenentwicklung

Matthias Hinsche 4 Min. Lesezeit
Make or buy: Wann ein fertiges Shopware-Plugin schlauer ist als Eigenentwicklung

„Zehn Euro im Monat für so ein kleines Feature? Das kann uns doch jemand einmal bauen, dann gehört es uns.”

Diesen Satz hören wir regelmäßig, und ich verstehe ihn. Ein Abo fühlt sich nach Abhängigkeit an, ein Eigenbau nach Besitz. Das Gefühl täuscht, und zwar in beide Richtungen.

Wir bauen beides. Über 500 eigene Plugins, mehr als 80 davon im offiziellen Shopware Store, dazu jede Menge Individualentwicklung für einzelne Kunden. Wir haben also kein Interesse daran, dir eine der beiden Varianten schönzureden. Hier ist die Rechnung, wie sie wirklich aussieht.

Was in den zehn Euro alles drinsteckt

Ein Store-Plugin ist nicht der Code. Der Code ist der kleinere Teil.

Was du mitbezahlst, ist erstens die Kompatibilitätspflege. Shopware liefert monatlich ein Minor-Release. Jedes davon kann Anpassungen nötig machen, und der Hersteller macht sie, ohne dass du davon etwas mitbekommst. Unsere Plugins tragen aktuell eine Kompatibilitätsangabe von 6.6.0.0 bis 6.7.10.1. Diese Spanne aktuell zu halten, ist die eigentliche Arbeit.

Zweitens die Qualitätsprüfung. Erweiterungen im Shopware Store durchlaufen eine automatisierte Codeprüfung mit PHPStan und SonarQube plus eine manuelle Prüfung auf Sicherheit, Coding-Standards, Bedienbarkeit und Funktion. Das ist keine Formalie. Ein Plugin, das durch diesen Prozess gegangen ist, hat mehr Augen gesehen als jede Eigenentwicklung, die nur dein Shop kennt.

Drittens die Fehler der anderen. Wenn ein Plugin bei fünfhundert Händlern läuft, sind die meisten Sonderfälle schon jemand anderem passiert und längst behoben. Bei deinem Eigenbau bist du der Einzige, dem sie passieren, und du zahlst jede Behebung.

Die Rechnung an einem konkreten Beispiel

Nimm eine übersichtliche Funktion, etwa eine Altersprüfung oder eine Preis-auf-Anfrage-Logik. Bei uns im Store kosten beide 9,97 Euro im Monat oder 95 Euro im Jahr.

Über fünf Jahre sind das 475 Euro. Inklusive aller Updates, aller Kompatibilitätsanpassungen an neue Shopware-Versionen und aller Fehlerbehebungen.

Dieselbe Funktion als Eigenentwicklung kostet nach unserer Erfahrung je nach Umfang einige tausend Euro einmalig. Dazu kommt die Pflege, die bei selbst entwickelter Software üblicherweise mit 15 bis 25 Prozent der Erstinvestition pro Jahr angesetzt wird. Wer sie nicht bezahlt, hat in zwei Jahren ein Plugin, das ein Update blockiert.

Der Unterschied liegt also nicht bei Faktor zwei, sondern eher bei Faktor zehn oder mehr. Für exakt dieselbe Funktion.

Wann Eigenentwicklung trotzdem richtig ist

Drei Fälle, in denen wir klar zum Eigenbau raten.

Es gibt schlicht nichts. Der häufigste Grund, und der beste. Wenn deine Anforderung aus deiner Fertigung, deiner Preislogik oder deiner Branche kommt, findet sich dafür nichts von der Stange. Genau daraus sind übrigens die meisten unserer Store-Plugins entstanden.

Das fertige Plugin passt zu 60 Prozent. Hier wird es eine Rechenaufgabe. Manchmal ist die Erweiterung eines bestehenden Plugins der günstigste Weg, manchmal ist der Neubau sauberer. Als Faustregel: Wenn die Anpassung mehr als ein Drittel des Neubaus kostet, bau neu.

Die Funktion ist dein Wettbewerbsvorteil. Wenn Kunden bei dir kaufen, weil dein Konfigurator etwas kann, das andere nicht können, gehört diese Logik dir und nicht in einen Store, in dem dein Wettbewerb sie mieten kann.

Was dagegen kein guter Grund ist: „Wir wollen keine Abhängigkeit.” Bei einem Eigenbau bist du von genau einer Agentur abhängig, nämlich der, die ihn gebaut hat. Bei einem Store-Plugin kann dir jede Shopware-Agentur helfen.

Der Mittelweg, den wir am häufigsten gehen

Die interessanteste Variante steht in keiner Make-or-buy-Tabelle: Wir bauen die Funktion individuell für einen Kunden, und wenn dieselbe Anforderung ein zweites und drittes Mal kommt, wird ein Produkt daraus.

Für den ersten Kunden bedeutet das eine Individualentwicklung zum Individualpreis. Für alle danach ein fertiges Plugin für zehn Euro im Monat. Und für den ersten Kunden bedeutet es langfristig, dass sich die Pflegekosten auf viele Schultern verteilen statt allein auf seine.

Deshalb lohnt vor jeder Beauftragung der Blick ins Plugin-Portfolio. Die Chance ist real, dass deine vermeintlich einzigartige Anforderung dort schon liegt, weil sie vor drei Jahren jemand anderes hatte.

Woran du ein Plugin erkennst, das gepflegt wird

Vier Dinge, die du in zwei Minuten selbst prüfst, bevor du ein Store-Plugin buchst.

  1. Die Kompatibilitätsangabe. Steht dort die aktuelle Shopware-Version? Endet die Spanne bei einer Version von vor einem Jahr, ist das Plugin faktisch aufgegeben.
  2. Die Bewertung des Herstellers, nicht nur die des Plugins. Ein neues Plugin hat naturgemäß wenige Bewertungen. Aussagekräftiger ist, wie der Hersteller über sein gesamtes Portfolio bewertet wird. Bei uns sind das aktuell 4,3 von 5 Sternen.
  3. Der Partnerstatus. Premium Extension Partner und die Zertifizierungsstufen im Store sagen etwas über Prozesse und Supportverpflichtungen aus.
  4. Die Reaktion auf eine Frage. Schreib den Hersteller vor dem Kauf an. Wie schnell und wie konkret geantwortet wird, sagt dir mehr über die nächsten fünf Jahre als jede Feature-Liste.

Was du bei beiden Wegen nicht vergessen darfst

Egal wie du dich entscheidest, jemand muss das Ergebnis im Blick behalten. Ein gemietetes Plugin will eingespielt werden, ein eigenes will gepflegt werden. Beides passiert nicht von allein, und beides fällt erst auf, wenn ein Update klemmt. Genau deshalb gehört Plugin-Pflege in die laufende Betreuung und nicht auf eine Liste, die niemand abarbeitet.

Wenn du wissen willst, ob deine Anforderung ein Fall für den Store oder für den Eigenbau ist, schau dir an, wie wir individuelle Plugin-Entwicklung angehen. Wir sagen dir im Erstgespräch auch, wenn ein fremdes Plugin die bessere Wahl ist. Das kostet uns einen Auftrag und spart dir ein paar tausend Euro, und damit können wir gut leben.

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