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BuI Hinsche 8 Min. Lesezeit

„Unser Shop ist zu individuell für Updates." Und andere Märchen, die deine Agentur dir erzählt.

„Unser Shop ist zu individuell für Updates." Und andere Märchen, die deine Agentur dir erzählt.

Wir müssen mal reden.

Im Support landen bei uns regelmäßig Shops, bei denen wir erstmal tief durchatmen müssen. Shopware-Versionen, die so alt sind, dass man sie im Museum ausstellen könnte. Und dann kommt jedes Mal die gleiche Geschichte: „Unsere Agentur hat gesagt, das Update wäre zu aufwendig.” Oder noch besser: „Wir haben so viele individuelle Anpassungen, da müsste man alles neu bauen.”

Wir hören das seit Jahren. Und wir sehen seit Jahren, was diese Aussagen in der Praxis anrichten. Deshalb sage ich es jetzt mal so deutlich, wie es gesagt werden muss: Das ist in den allermeisten Fällen Unsinn. Und es kostet dich als Händler richtig viel Geld.

Mythos 1: „Updates sind extrem aufwendig und teuer.”

Der Klassiker. Hält sich hartnäckig, weil er für manche Agenturen extrem bequem ist.

Ein regelmäßig gewarteter Shop ist im Update nicht teuer. Punkt. Lies den Satz nochmal. Regelmäßig gewartet. Da steckt das ganze Geheimnis drin.

Wer seinen Shop alle paar Monate sauber aktualisiert, zahlt pro Update oft nur wenige Stunden Arbeitszeit. Minor-Updates gehen schnell. Und selbst Major-Updates sind bei einem gepflegten System gut machbar.

Das Problem entsteht, wenn Updates über Jahre ignoriert werden. Wenn sich drei, vier Major-Versionen anstauen und dann auf einmal alles auf einen Schlag nachgeholt werden muss. Klar wird das dann teuer. Aber das ist kein Beweis dafür, dass Updates grundsätzlich aufwendig sind. Das beweist nur, dass Aussitzen die teuerste Strategie ist.

Mythos 2: „Unsere Plugins und Module müssen bei jedem Update neu gebaut werden.”

Klingt dramatisch. Wirkt deshalb gut. Stimmt trotzdem nicht.

Ja, bei einem Major-Update kann es sein, dass Plugins angepasst werden müssen. Das gehört dazu. Aber „Anpassung” und „Neubau” sind zwei komplett verschiedene Paar Schuhe.

Wenn dir jemand erzählt, dass bei jedem Update alles von Grund auf neu entwickelt werden muss, dann gibt es nur zwei Erklärungen. Entweder wurden die Plugins von Anfang an nicht sauber nach Shopware-Standards gebaut, und dann ist nicht das Update das Problem, sondern die ursprüngliche Entwicklungsarbeit. Oder es wird schlicht übertrieben, weil ein Neubau natürlich deutlich mehr auf der Rechnung steht als eine Anpassung.

Wir entwickeln und pflegen seit Jahren über 500 Plugins, davon über 80 im offiziellen Shopware Store. Wir wissen, was bei einem Update an Plugins wirklich zu tun ist. Und „alles neu bauen” gehört in den seltensten Fällen dazu.

Mythos 3: „Unsere Schnittstellen müssen komplett neu angebunden werden.”

Selbes Spiel, andere Baustelle. ERP-Anbindung, PIM, irgendeine API-Integration. Der Mythos, dass bei Shopware-Updates sämtliche Schnittstellen zerbrechen und neu gebaut werden müssen, begegnet uns ständig.

Shopware dokumentiert Änderungen an seinen APIs. Es gibt Migrationspfade, es gibt Deprecation-Hinweise. Eine ordentlich implementierte Schnittstelle übersteht ein Update ohne Probleme, oder braucht an ein, zwei Stellen eine Anpassung.

Wenn bei dir nach jedem Update die Schnittstelle zur Warenwirtschaft zusammenbricht, dann hast du kein Update-Problem. Du hast ein Problem mit der Qualität der Implementierung. Und deine Agentur sollte dir das sagen, statt dem Update die Schuld zu geben.

Mythos 4: „Bei uns ist alles so individuell, da geht kein Standard-Update.”

Den Satz hören wir besonders oft. Meistens mit einem Unterton, als wäre Individualität ein Naturgesetz, das Updates unmöglich macht.

Shopware ist genau dafür gebaut, erweitert zu werden. Plugin-System, Template-Vererbung, Event-Struktur, das alles existiert, damit individuelle Anpassungen möglich sind, ohne am Kern des Systems herumzuschrauben. Wenn Anpassungen sauber über diese Mechanismen umgesetzt wurden, sind Updates kein Drama.

Wenn deine Agentur stattdessen direkt am Core herumgebastelt hat oder Plugins geschrieben hat, die sich an keine Konvention halten, dann ist „zu individuell” nur eine nettere Umschreibung für „nicht richtig gemacht”. Und das sollte nicht dein Problem sein, sondern das der Agentur, die es verbockt hat.

Mythos 5: „Am besten setzen wir das System komplett neu auf.”

Das ist der teuerste aller Mythen. Und der, bei dem bei uns die Alarmglocken am lautesten schrillen.

Klar gibt es Fälle, in denen ein Relaunch oder eine Migration Sinn ergibt. Von Shopware 5 auf 6 wechseln zum Beispiel. Das ist ein echter technischer Generationensprung. Aber innerhalb von Shopware 6? Wenn dir jemand für ein Versionsupdate einen Komplett-Neubau vorschlägt, dann solltest du hellhörig werden. Entweder wurde am Shop so viel Murks gebaut, dass ein Update tatsächlich schwierig ist. Dann liegt das Problem aber nicht am Update. Oder die Einschätzung stimmt einfach nicht, und dir wird die teuerste aller Optionen verkauft.

Warum halten sich diese Mythen so hartnäckig?

Diese Frage muss erlaubt sein, auch wenn die Antwort nicht allen schmecken wird.

Grund 1: Fehlendes Know-how. Manche Agenturen können Updates einfach nicht effizient umsetzen. Das klingt hart, ist aber so. Wer den Update-Prozess nicht beherrscht, für den sieht alles kompliziert und teuer aus. Statt das offen zuzugeben, erklärt man dem Kunden lieber, warum es gerade jetzt nicht der richtige Zeitpunkt für ein Update ist.

Grund 2: Bequemlichkeit. Ein Shop, der einfach weiterläuft, macht erstmal keine Arbeit. Kein Testing, kein Deployment, kein Stress. Für die Agentur ist das bequem. Für dich als Shopbetreiber tickt dabei eine Zeitbombe.

Grund 3: Geld. Das ist der Teil, den niemand gern ausspricht. Ein Plugin-Neubau bringt mehr Umsatz als eine saubere Anpassung. Ein Relaunch bringt mehr als ein ordentliches Update. Es gibt Agenturen, die empfehlen nicht das, was für dich am sinnvollsten ist, sondern das, was auf ihrer Seite den meisten Umsatz erzeugt. Das ist kein Vorwurf an die gesamte Branche. Aber es passiert, und zwar häufiger als man denkt.

Technische Schulden: Das Risiko, über das niemand redet

Jetzt kommen wir zu einem Punkt, der in der ganzen Update-Diskussion viel zu selten auf den Tisch kommt. Jedes ausgelassene Update, jeder verschobene Patch, jede ignorierte Deprecation-Warnung baut technische Schulden auf. Und technische Schulden verhalten sich wie echte Schulden: Sie verschwinden nicht von allein. Sie wachsen. Und sie werden fällig, meistens genau dann, wenn du es am wenigsten gebrauchen kannst.

Stell dir das mal konkret vor. Dein Shop läuft. Das Weihnachtsgeschäft steht vor der Tür. Und dann stellt ein Zahlungsanbieter seinen Service auf eine neue API-Version um, die deine veraltete Shopware-Installation nicht mehr unterstützt. Oder ein kritisches Sicherheitsupdate wird veröffentlicht, aber deine Version ist so alt, dass der Patch gar nicht mehr dafür bereitgestellt wird. Oder dein Hoster kündigt an, dass die PHP-Version, auf der dein Shop noch läuft, in vier Wochen abgeschaltet wird.

Das sind keine theoretischen Szenarien. Das passiert. Wir sehen das regelmäßig.

Und genau in diesen Momenten wird aus „Das Update können wir auch nächstes Quartal noch machen” ein echtes Geschäftsrisiko. Dein Shop steht still, Bestellungen gehen nicht mehr raus, Kunden springen ab, Umsatz bricht ein. Und dann muss plötzlich alles ganz schnell gehen, unter Zeitdruck, ohne Puffer, zu Notfall-Konditionen.

Die technischen Schulden, die über Monate oder Jahre aufgelaufen sind, werden auf einen Schlag fällig. Und die Rechnung dafür ist immer höher als das, was regelmäßige Updates gekostet hätten.

Das Tückische daran ist: Solange nichts passiert, merkt man die Schulden nicht. Der Shop läuft ja. Alles scheint in Ordnung. Genau deshalb ist es so leicht, Updates immer weiter aufzuschieben. Es fühlt sich an, als würde man sparen. In Wirklichkeit häuft man Risiken an, die im dümmsten Moment zuschlagen und dann nicht nur teuer werden, sondern im Extremfall die Existenz des Geschäfts bedrohen können. Kein funktionierender Shop bedeutet kein Umsatz. Und bei manchen Händlern hängt an diesem Shop die komplette Existenzgrundlage.

Wer technische Schulden bewusst eingeht und managed, trifft eine Entscheidung. Wer sie aus Bequemlichkeit oder weil die Agentur abwinkt aufbaut, ohne es zu merken, der sitzt auf einem Problem, das nur größer wird.

Was veraltete Shops dich sonst noch kosten

Neben den technischen Schulden gibt es noch ein paar ganz handfeste Konsequenzen, die gerne unter den Tisch fallen.

Sicherheitslücken sind das Offensichtliche. Shopware veröffentlicht Sicherheitspatches nicht zum Spaß. Jede ungepatchte Version ist eine Einladung. Und wenn Kundendaten abfließen, wird es nicht nur teuer, sondern richtig unangenehm. DSGVO-Bußgelder, Vertrauensverlust, im schlimmsten Fall das Ende des Geschäfts.

Dann die Kompatibilität. Je älter dein System, desto schwieriger wird es, aktuelle Zahlungsanbieter, Versanddienstleister oder Marketing-Tools einzubinden. Irgendwann unterstützen neue Plugins und Integrationen deine Version schlicht nicht mehr. Und dann stehst du da und kannst eine wichtige Funktion nicht nutzen, weil dein System zu alt ist.

Und nicht zuletzt: Performance. Neue Shopware-Versionen bringen Optimierungen mit, die direkt auf Ladezeiten, Stabilität und damit auf deine Conversion Rate einzahlen. Wer auf einer alten Version sitzt, verschenkt Umsatz. Jeden Tag.

Wie wir bei BuI Hinsche damit umgehen

Wir machen das seit über 20 Jahren und wir haben dabei eine Sache gelernt: Ehrlichkeit zahlt sich aus. Für beide Seiten.

Wenn bei dir ein Update problemlos machbar ist, sagen wir dir das, mit einer realistischen Aufwandsschätzung und ohne künstlich aufgeblähte Positionen. Wenn es tatsächlich komplizierter ist, weil irgendwo unsauber gearbeitet wurde, sagen wir dir auch das. Klar, direkt, ohne drumherum zu reden.

Und ja, manchmal sagen wir auch: „Das macht wirtschaftlich keinen Sinn.” Wenn der Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, raten wir davon ab. Auch wenn das weniger Umsatz für uns bedeutet. Weil ein Kunde, dem du die Wahrheit sagst, langfristig mehr wert ist als einer, dem du einmal ein überteuertes Projekt verkaufst.

Wir haben über 500 Plugins entwickelt und pflegen davon über 80 im offiziellen Shopware Store. Updates sind für uns Tagesgeschäft. Wir machen das nicht nebenbei, sondern weil wir es können und weil wir wissen, dass regelmäßige Wartung der günstigste Weg ist, einen Shop langfristig stabil und sicher zu betreiben.

Was du jetzt tun solltest

Wenn dein Shop auf einer veralteten Version läuft: Keine Panik. Aber schieb es nicht weiter auf. Jeder Monat kostet dich etwas, ob du es merkst oder nicht.

Hol dir eine zweite Meinung. Nicht von der Agentur, die dir seit zwei Jahren erzählt, dass ein Update nicht lohnt. Lass jemanden draufschauen, der kein Interesse daran hat, dir den teuersten Weg zu verkaufen.

Wir schauen uns deinen Shop, deine Plugins und deine Schnittstellen an und sagen dir, was wirklich nötig ist. Ohne Panikmache, ohne aufgeblähte Angebote. Einfach eine klare Einschätzung, was dein Update kostet und welchen Weg wir empfehlen.

Denn meistens ist es deutlich weniger Aufwand, als man dir erzählt hat.


Du willst wissen, wo dein Shop steht? Ruf uns an unter +49 3441 9799060 oder schreib an info@bui-hinsche.com. Kein Verkaufsgespräch. Eine ehrliche Einschätzung.

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