Das Thema Bezahlung wird von vielen Onlinehändlern oft unterschätzt. Denn während für Händler lediglich Themen wie Gebühren und die zuverlässige Transaktionsabwicklung im Vordergrund stehen, spielt für Kunden die Bequemlichkeit und natürlich auch die Sicherheit vor Betrug eine große Rolle. Daher haben Kunden oft eine “Lieblingsbezahlmethode”. Wird diese vom Händler nicht angeboten und gibt es keine sichere und einfach wirkende Alternative, kann es sein, dass Kunden den Einkauf nicht abschließen und man durch nicht passende Zahlungsarten viele Umsätze verliert.
Damit euch das nicht passiert, haben wir euch einmal die beliebtesten Zahlungsarten in deutschen Onlineshops zusammengestellt – und erklärt, was ihr als Händler jeweils beachten solltet.
1. PayPal – Der unangefochtene Marktführer
81 %* der Befragten halten PayPal für die einfachste Zahlungsmöglichkeit. 70 %* sagen zudem, dass PayPal die sicherste Zahlungsmethode ist. Damit zählt PayPal in Deutschland tatsächlich zu den Must-Have-Zahlungsarten für nahezu jeden Onlineshop.
Für Händler bedeutet das: Wer kein PayPal anbietet, verliert einen signifikanten Teil potenzieller Käufer direkt im Checkout. Die Integration in Shopware 6 ist einfach, und PayPal übernimmt den Zahlungseinzug – inklusive Käuferschutz auf Kundenseite. Auf Händlerseite gibt es zwar Gebühren (ca. 1,5–3,5 % je nach Volumen), aber der Umsatzverlust ohne PayPal überwiegt in der Regel deutlich.
2. Kauf auf Rechnung – Beliebt, aber mit Ausfallrisiko
71 %* der Befragten sagen, dass der Kauf auf Rechnung die sicherste Zahlungsmethode ist – aus Kundenperspektive völlig logisch: Man bekommt die Ware zuerst und bezahlt erst nach Erhalt. Das Risiko trägt der Händler.
Mittlerweile gibt es jedoch zahlreiche Zahlungsdienstleister, die dem Händler die Forderung abkaufen, das Ausfallrisiko übernehmen und den Rechnungsbetrag sofort auszahlen, sobald die Ware versendet wurde. Anbieter wie Klarna, Riverty (ehemals AfterPay) oder Unzer bieten solche Lösungen an. Das macht den Rechnungskauf für Händler attraktiver – allerdings zu entsprechenden Gebühren, die diese Zahlungsart oft zur teuersten machen.
3. Kreditkarte – International unverzichtbar
Die Kreditkarte landet bei der Nutzerfreundlichkeit (46 %) und der Sicherheit (32 %) auf dem dritten Platz im deutschen Markt. Wer jedoch internationale Kunden ansprechen möchte, sollte Kreditkartenzahlungen unbedingt anbieten. Insbesondere in den USA, Großbritannien und Frankreich ist die Kreditkarte die bevorzugte Zahlungsart.
Die beliebtesten Kreditkarten in Deutschland sind Visa, Mastercard und American Express. Wer als Händler alle drei akzeptiert, ist auf der sicheren Seite. Wichtig: Seit der PSD2-Richtlinie ist eine starke Kundenauthentifizierung (3D Secure) bei Kreditkartenzahlungen Pflicht – das sollte euer Zahlungsdienstleister automatisch unterstützen.
4. SOFORT / Klarna Sofortüberweisung – Direktes Lastschriftverfahren
SOFORT (heute Teil von Klarna) ermöglicht eine sofortige Überweisung direkt aus dem Online-Banking des Kunden. Der Händler erhält eine Zahlungsbestätigung in Echtzeit, der tatsächliche Zahlungseingang folgt nach wenigen Werktagen. SOFORT ist in Deutschland gut etabliert und wird von vielen Kunden genutzt, die kein PayPal-Konto haben oder Kreditkartenzahlungen vermeiden möchten.
5. Lastschrift / SEPA – Günstig, aber mit Rückbuchungsrisiko
Die SEPA-Lastschrift ist für Händler meist die günstigste Zahlungsoption, da die Transaktionsgebühren sehr niedrig sind. Allerdings können Kunden eine Lastschrift bis zu acht Wochen nach Abbuchung zurückbuchen lassen. Für Händler mit geringem Retourenrisiko und bekannter Kundschaft (z.B. B2B oder Stammkunden) ist die Lastschrift dennoch eine attraktive Option.
6. Apple Pay & Google Pay – Mobile Payments auf dem Vormarsch
Kontaktloses und mobiles Bezahlen gewinnt auch im E-Commerce zunehmend an Bedeutung. Apple Pay und Google Pay ermöglichen es Kunden, mit einem einzigen Klick (bzw. Touch) zu bezahlen, ohne Kartendaten eintippen zu müssen. Gerade im mobilen Shopping, das heute einen Großteil des E-Commerce-Traffics ausmacht, reduzieren diese Methoden die Kaufabbrüche erheblich.
Shopware 6 unterstützt beide Methoden über entsprechende Zahlungsanbieter wie Stripe, Mollie oder Adyen.
Wie viele Zahlungsarten sollte ein Shop anbieten?
Mehr ist nicht immer besser: Ein überladener Checkout mit 15 Zahlungsoptionen kann Kunden genauso abschrecken wie ein Checkout mit nur einer Option. Die Empfehlung für die meisten deutschen Online-Shops:
- PayPal (Pflicht)
- Rechnung über Klarna oder Riverty (für Vertrauen und Conversion)
- Kreditkarte (Visa + Mastercard mindestens)
- SOFORT/Klarna (als PayPal-Alternative)
- Apple Pay / Google Pay (für mobile Käufer)
Das deckt den Großteil der Kundenpräferenzen ab, ohne den Checkout zu überfrachten.
Die richtige Integration in Shopware
Ein guter Zahlungsdienstleister bietet ein zentrales Dashboard für alle Zahlungsarten, automatische Abstimmung mit eurem Warenwirtschaftssystem und DSGVO-konforme Datenspeicherung. Wir arbeiten bei unseren Kundenprojekten häufig mit Mollie, Unzer und Shopware Payments – alle drei bieten eine solide Shopware-6-Integration und decken das oben genannte Portfolio ab.
Gerne stehen wir euch bei der Beratung und Auswahl des richtigen Zahlungsdienstleisters zur Verfügung und kümmern uns auch um die gesamte Integration in den Shop und in euer Warenwirtschaftssystem. Sprecht uns einfach an.
Quelle: Studie „Erfolgsfaktor Payment – Der Einfluss der Zahlungsverfahren auf den Umsatz – Ergebnisse einer Befragung unter Endkunden Februar 2020” von ibi research an der Universität Regensburg GmbH.
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