In ein paar Tagen neigt sich für die meisten von uns das Weihnachtsgeschäft und damit die stressigste Zeit des Jahres dem Ende zu. Die Zeit danach sollte man nutzen, um mal wieder durchzuatmen. Aber auch, um seinen Shop wieder fit für die Zukunft und für das nächste Jahr zu machen.
Daher haben wir euch in diesem Artikel einige Tipps zusammengestellt, worauf ihr bei eurem Shop achten solltet.
1. Systeme aktuell halten
Euer Onlineshop sowie sämtliche installierten Plugins und Drittsysteme wie die Warenwirtschaft oder Middleware sollten immer auf dem aktuellen technischen Stand sein. Das schützt euch nicht nur vor kritischen Sicherheitslücken, sondern auch vor hohen Bußgeldern im Rahmen der DSGVO.
Konkret bedeutet das für euch als Shopbetreiber:
- Shopware-Updates regelmäßig einspielen – insbesondere Security-Patches sollten zeitnah nach Veröffentlichung installiert werden
- Plugins auf Kompatibilität prüfen – nach einem Shopware-Update kann es zu Inkompatibilitäten kommen; testet Updates daher immer zunächst in einer Staging-Umgebung
- Hosting-Infrastruktur checken – PHP-Version, Datenbankversion und SSL-Zertifikat sollten aktuell sein
- Passwörter rotieren – Jahreswechsel ist ein guter Anlass, Admin-Passwörter und API-Zugänge zu erneuern
Natürlich sollte man nicht nur aus Sorge vor Hackerangriffen oder Abmahnungen auf ein aktuelles Shopsystem setzen. Moderne Shopware-Versionen bieten auch eine deutlich bessere Usability, schnellere Ladezeiten und leistungsfähigere Marketing-Funktionen. Oft ist der Wechsel zu einem aktuellen Major-Release ein echter Umsatzbooster.
2. Performance und Core Web Vitals analysieren
Google bewertet Websites zunehmend nach Ladegeschwindigkeit und Nutzererlebnis (Core Web Vitals). Gerade nach dem Weihnachtsgeschäft, in dem der Shop unter Last stand, ist es sinnvoll zu prüfen:
- Wie ist die Ladezeit auf Desktop und Mobile? (Google PageSpeed Insights ist kostenlos und liefert gute Anhaltspunkte)
- Gibt es große Bilder, die noch nicht im modernen WebP-Format ausgeliefert werden?
- Ist der Browser-Cache optimal konfiguriert?
- Werden nicht genutzte Scripts (z.B. veraltete Plugins) noch geladen?
Eine schlechte Performance kostet nicht nur Rankings in Google, sondern auch direkt Conversion Rate – jede Sekunde längere Ladezeit erhöht die Abbruchquote nachweisbar.
3. Änderungen in der Gesetzgebung beachten
Der Jahreswechsel bringt regelmäßig neue gesetzliche Anforderungen mit sich, die Onlinehändler betreffen. Zu den typischen Themen gehören:
- AGB und Widerrufsbelehrung aktualisieren – Änderungen im Kaufrecht, Verbraucherrecht oder EU-Richtlinien werden oft zum Jahresbeginn wirksam
- Steuerliche Änderungen – Mehrwertsteuersätze, OSS-Regelungen für grenzüberschreitende Verkäufe in der EU, oder Änderungen bei der Umsatzsteuer auf digitale Produkte
- DSGVO-Compliance prüfen – Cookie-Banner, Datenschutzerklärung und Auftragsverarbeitungsverträge sollten regelmäßig auf Aktualität geprüft werden
Unser Tipp: Nutzt einen zertifizierten Rechtstext-Anbieter wie IT-Recht Kanzlei oder Trusted Shops, um automatisch über notwendige Änderungen informiert zu werden.
4. Das Weihnachtsgeschäft auswerten
Der Jahreswechsel ist der ideale Zeitpunkt für eine ehrliche Analyse des zurückliegenden Geschäftsjahres, insbesondere des Weihnachtsgeschäfts:
- Welche Produkte liefen besonders gut? Diese sollten im kommenden Jahr früher beworben und mit höherem Lagerbestand eingeplant werden
- Wo brachen Kunden den Kauf ab? Checkout-Abbrüche, Warenkorb-Abbrüche und Bounce Rates verraten, wo Optimierungsbedarf besteht
- Wie war die Rücklaufquote? Hohe Retourenquoten bei bestimmten Produkten oder Zahlungsarten können gezielt adressiert werden
- War der Support gut aufgestellt? Lange Antwortzeiten im Kundendienst kosten Bewertungen und Stammkunden
Nutzt Google Analytics (oder GA4), euer Shopsystem-Backend und euer Warenwirtschaftssystem, um diese Daten zusammenzutragen.
5. Ziele und Budget für das neue Jahr planen
Strategische Planung zum Jahresstart gibt euch Orientierung für die kommenden Monate:
- Welche neuen Verkaufskanäle wollt ihr erschließen? (Amazon, eBay, TikTok Shop, ein neues EU-Land?)
- Stehen technische Upgrades an? (Shopware-Majorversion, ERP-Wechsel, neues PIM-System?)
- Welche Marketing-Budgets plant ihr für SEA, SEO und Social?
- Gibt es Sortimentserweiterungen, für die neue Produktseiten, Kategorien oder gar einen Konfigurator benötigt werden?
Wer diese Punkte frühzeitig plant, kann Agentur-Kapazitäten und Entwicklungsressourcen rechtzeitig reservieren – gerade bei gefragten Shopware-Agenturen sind die Kapazitäten im Frühjahr schnell ausgebucht.
6. Zukunftsthemen im Blick behalten
Neben operativen Aufgaben solltet ihr den Blick auch auf mittel- und langfristige Trends richten:
- Nachhaltigkeit im E-Commerce – Kunden fragen zunehmend nach klimaneutralem Versand, nachhaltigen Verpackungen und transparenten Lieferketten
- KI-gestützte Personalisierung – personalisierte Produktempfehlungen und dynamische Preisgestaltung werden auch für mittelständische Shops zugänglicher
- Voice Commerce und Conversational Commerce – Chatbots und Sprachassistenten verändern, wie Kunden Produkte suchen und kaufen
- Mobile First – mehr als die Hälfte aller Onlinekäufe wird bereits mobil abgewickelt; ein nicht mobiloptimierter Shop verliert täglich Umsatz
Ihr müsst nicht sofort alle Trends umsetzen – aber ihr solltet wissen, welche für euer Geschäftsmodell relevant sind und langfristig auf dem Plan stehen.
Wir beraten euch gerne bei allen technischen und strategischen Fragen rund um euren Onlineshop. Kontaktiert uns – wir freuen uns auf das Gespräch!
Hast du Fragen zu diesem Thema?
Wir beraten dich kostenlos und unverbindlich – persönlich, auf Augenhöhe.