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Grundlagen

Shopify-Glossar: Die wichtigsten Begriffe erklärt

Shopify-Begriffe kompakt erklärt: Von Liquid bis Shopify Functions, von Metafields bis Checkout Extensibility. Damit du weißt, worüber du redest.

6 Min. Lesezeit

Wer mit einer Agentur über seinen Shopify-Shop spricht, begegnet schnell Begriffen, die nicht selbsterklärend sind. Liquid, Metafields, Checkout Extensibility, Shopify Functions, der App Store, die Admin API. Dahinter stecken konkrete Konzepte, und wer sie kennt, führt bessere Gespräche, trifft bessere Entscheidungen und vermeidet teure Missverständnisse. Dieses Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe klar und ohne unnötigen Aufwand.

Das Grundgerüst: Plattform, Admin und Storefront

Shopify ist eine SaaS-E-Commerce-Plattform. Du mietest die Software, betreibst keine eigene Server-Infrastruktur und bekommst Updates automatisch eingespielt. Mehr dazu unter Was ist Shopify?.

Admin bezeichnet das Backend deines Shops. Hier verwaltest du Produkte, Bestellungen, Kunden, Zahlungen und alle Einstellungen. Der Admin ist browserbasiert und von überall erreichbar. Er ist bewusst einfach gehalten, was für Einsteiger gut ist, für komplexe B2B-Anforderungen aber Grenzen hat.

Storefront ist die kundenseitige Ansicht deines Shops. Was deine Besucher sehen, ist die Storefront. Sie basiert auf einem Theme und wird über Liquid gerendert oder, bei Headless-Setups, über die Storefront API von einem externen Frontend konsumiert.

Channel (Vertriebskanal) beschreibt, wo du verkaufst. Der Online Store ist der primäre Channel, aber Shopify unterstützt auch Instagram, TikTok, Google, Amazon, POS und mehr. Jeder Channel ist im Admin aktivierbar und kann eigene Produktzuweisungen bekommen.

Themes, Templates und Liquid

Theme ist das visuelle Kleid deines Shops. Es steuert Layout, Typografie, Farben und die Struktur aller Seiten. Themes basieren auf dem System Online Store 2.0 und werden über den Theme Editor angepasst.

Online Store 2.0 ist die aktuelle Theme-Architektur von Shopify, eingeführt 2021. Das Kernmerkmal: Sections und Blocks sind auf fast allen Seiten nutzbar, nicht nur auf der Startseite. Das gibt Redakteuren deutlich mehr Gestaltungsfreiheit ohne Code-Eingriff.

Liquid ist die Template-Sprache, in der Shopify-Themes gebaut werden. Sie ähnelt einer einfachen Skriptsprache mit Variablen, Filtern und Kontrollstrukturen. Ein Theme-Entwickler schreibt Liquid, um Produktdaten, Sammlungen oder Bestellinformationen dynamisch in HTML einzubetten. Ohne Liquid-Kenntnisse sind tiefgreifende Theme-Anpassungen nicht möglich.

Sections und Blocks sind die Bausteine des Theme Editors. Eine Section ist ein eigenständiger Abschnitt einer Seite, zum Beispiel ein Produktbild-Raster oder ein Text-Banner. Blocks sind kleinere Elemente innerhalb einer Section. Dieser Aufbau erlaubt es, Seiten per Drag-and-Drop zu gestalten, ohne Liquid anfassen zu müssen.

Metafields und Metaobjects erlauben dir, eigene Datenfelder an Produkte, Sammlungen, Kunden oder Bestellungen anzuhängen. Metafields sind einzelne Felder (zum Beispiel „Materialzusammensetzung”), Metaobjects sind strukturierte Datensätze (zum Beispiel ein wiederverwendbares „Zulieferer-Objekt” mit Name, Land und Kontakt). Beide sind im Admin ohne Code verwaltbar und in Themes über Liquid auslesbar.

Apps und Erweiterungen

Shopify App Store ist der Marktplatz für Erweiterungen. Hier gibt es tausende Apps für fast jeden Bedarf, von Bewertungssystemen über Upselling-Tools bis zu komplexen ERP-Integrationen. Öffentliche Apps durchlaufen eine Shopify-Prüfung.

Public App ist eine App, die im App Store gelistet ist und von beliebig vielen Händlern installiert werden kann. Public Apps unterliegen strengen Shopify-Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz.

Custom App ist eine App, die nur für deinen spezifischen Shop entwickelt wird. Sie erscheint nicht im App Store, greift aber über dieselben APIs auf deinen Shop zu. Custom Apps eignen sich für individuelle Prozesse, die kein Standard-Tool abbildet. Wann sich eine Custom App lohnt, erklären wir unter Shopify erweitern: Liquid, Apps und Functions.

Shopify Functions erlauben es, Kernlogik der Plattform zu überschreiben. Beispiele: eigene Rabattregeln, individuelle Versandkostenberechnungen oder custom Zahlungsanbieter-Logik. Functions laufen serverseitig auf Shopifys Infrastruktur und sind die leistungsfähigste Möglichkeit, ohne eigenen Server tief in die Kauflogik einzugreifen.

Checkout Extensibility ist das Erweiterungssystem für den Checkout-Bereich. Über sogenannte UI-Extensions kannst du zusätzliche Felder, Upsell-Bausteine oder benutzerdefinierte Blöcke in den Checkout einbauen, ohne den Checkout-Code selbst zu verändern. Diese Architektur ist seit Shopify Plus verpflichtend für zukunftssichere Checkout-Anpassungen.

Pläne, Shopify Plus und B2B

Basic, Grow (ehemals Shopify), Advanced sind die drei Standardpläne für kleine bis mittelgroße Händler. Sie unterscheiden sich in Reporting-Tiefe, Mitarbeiter-Konten, Shipping-Rabatten und vor allem in den Transaktionsgebühren. Den ehrlichen Überblick dazu findest du in den Shopify Plänen und Preisen.

Shopify Plus ist die Enterprise-Stufe der Plattform. Enthalten sind ein konfigurierbarer Checkout (via Checkout Extensibility), erweiterte Automatisierungen, B2B-Funktionen, dedizierter Support und mehr. Alles zu Funktionsumfang und Zielgruppe: Was ist Shopify Plus?.

B2B on Shopify bezeichnet die nativen Großhandelsfunktionen, die seit 2022 in Shopify Plus verfügbar sind. Dazu gehören Unternehmenskonten, B2B-Kataloge mit eigenen Preislisten, Zahlungsziele und Bestellfreigaben. Für Händler mit gemischtem B2B-/B2C-Geschäft ist das ein relevanter Punkt, bevor man in Custom-Entwicklung investiert.

Shopify Markets ist das Feature für internationalen Verkauf aus einem Shop. Du kannst unterschiedliche Währungen, Sprachen, Steuerregeln und Domains pro Zielmarkt konfigurieren, ohne mehrere Shops zu betreiben. Mehr dazu: Shopify Markets: international verkaufen.

APIs und Headless

Admin API ist die Programmierschnittstelle, über die externe Systeme auf deinen Shop zugreifen. Bestellungen abrufen, Produkte anlegen, Bestände synchronisieren. Moderne Apps und ERP-Integrationen nutzen die Admin API meist über GraphQL.

Storefront API ist eine öffentlich zugängliche API, die das Shoppingerlebnis bereitstellt. Sie erlaubt es, Shopify als reines Backend zu nutzen und das Frontend komplett selbst zu bauen, mit React, Vue oder einem anderen Framework. Das nennt sich Headless Commerce.

Hydrogen und Oxygen sind Shopifys eigene Werkzeuge für Headless-Shops. Hydrogen ist ein React-basiertes Framework, Oxygen ist die zugehörige Hosting-Plattform von Shopify. Für die meisten kleinen und mittleren Händler ist Headless kein sinnvoller Weg, für Shops mit komplexen UX-Anforderungen aber eine echte Option.

Shopify Flow ist das interne Automatisierungswerkzeug. Du baust visuelle Abläufe, zum Beispiel „Wenn eine Bestellung über 500 Euro eingeht, versende eine interne Slack-Benachrichtigung und lege ein Tag an”. Kein Code, verfügbar auf allen Standardplänen ab Basic (inkl. Grow, Advanced und Plus).

POS und Zahlungen

Shopify POS (Point of Sale) verbindet deinen Online-Shop mit einem stationären Kassensystem. Bestände, Kundendaten und Bestellhistorie sind damit kanalübergreifend synchronisiert.

Shopify Payments ist der eingebaute Zahlungsanbieter. Bei Nutzung von Shopify Payments entfallen die zusätzlichen Transaktionsgebühren von Shopify. In Deutschland gehören SEPA-Lastschrift, Kreditkarte und Klarna zu den verfügbaren Methoden. Wer externe Zahlungsanbieter nutzt, zahlt hingegen pro Transaktion zusätzlich, abhängig vom Plan.

Transaktionsgebühr ist das Entgelt, das Shopify bei Nutzung eines Drittanbieter-Zahlungsystems erhebt, zusätzlich zu den Gebühren des Zahlungsanbieters selbst. Dieser Doppeleffekt überrascht viele Händler. Wer viel Umsatz macht und nicht Shopify Payments nutzt, zahlt schnell erhebliche Beträge.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen einer App und einer Custom App?

Eine App aus dem Shopify App Store ist ein Produkt, das für viele Händler gleichzeitig entwickelt wurde. Sie lässt sich installieren, kostet meist monatlich und löst standardisierte Probleme. Eine Custom App wird exklusiv für deinen Shop gebaut, greift über dieselben APIs zu, aber erscheint in keinem Store. Sie lohnt sich, wenn dein Prozess zu spezifisch ist, um ihn mit einer fertigen App abzubilden.

Was ist der Unterschied zwischen Metafields und Varianten?

Varianten beschreiben Produktausprägungen, die Kunden wählen, also Größe, Farbe oder Material. Metafields sind zusätzliche Informationsfelder, die du intern oder im Shop anzeigen willst, aber nicht als Auswahl anbietest. Zum Beispiel: technische Datenblätter, Herkunftsland oder Pflegehinweise. Beide ergänzen sich, lösen aber unterschiedliche Probleme.

Muss ich Liquid können, um meinen Shop zu pflegen?

Nein. Für die tägliche Pflege, also Produkte, Texte, Preise, Bilder, reicht der Admin vollständig aus. Liquid brauchst du, wenn du am Theme-Code selbst Änderungen vornehmen willst. Für alles jenseits des Theme Editors ist es sinnvoll, einen Entwickler einzubeziehen, der Liquid kennt und weiß, wo er anfassen darf und wo nicht.

Was ist Shopify Functions und wann brauche ich es?

Shopify Functions erlaubt es, Kernlogik der Plattform zu ersetzen. Konkrete Beispiele: komplexe Rabattregeln, die der Standard-Discount nicht abbildet, oder individuelle Versandkostenlogik, die von Kundengruppen abhängt. Du brauchst Functions, wenn du Anforderungen hast, die weder eine App noch Shopify Flow löst. Functions-Entwicklung ist keine Kleinigkeit und erfordert Entwickler-Know-how.

Weiterführendes

Wer seinen Shopify-Shop professionell betreiben und skalieren will, profitiert von einem Team, das diese Begriffe nicht nur kennt, sondern täglich damit arbeitet. Auf unserer Shopify-Seite siehst du, wie wir Shopify-Projekte angehen, von der ersten Einrichtung bis zur langfristigen Betreuung.

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