B2B-Kataloge und Preislisten in Shopify
Wie du in Shopify B2B-Kataloge und individuelle Preislisten einrichtest, welche Limits gelten und wann Shopify Plus wirklich nötig ist.
Wer in Shopify B2B-Geschäft betreiben will, kommt an Katalogen nicht vorbei. Sie sind das zentrale Werkzeug, um verschiedenen Kundengruppen unterschiedliche Preise, Produktsortimente und Mengenregeln zu zeigen, ohne mehrere Shops betreiben zu müssen. Das klingt einfacher als es ist, denn die Logik dahinter hat ein paar Eigenheiten, die man kennen sollte, bevor man die erste Struktur aufbaut.
Was ein B2B-Katalog in Shopify leisten kann
Ein Katalog verbindet drei Dinge miteinander: welche Produkte ein Unternehmenskunde sehen darf, zu welchem Preis er sie kauft und welche Mengenregeln dabei gelten. Du weist den Katalog dann einer Firma oder einem konkreten Firmenstandort zu, nicht einem einzelnen Kunden.
Das Preismodell erlaubt zwei Arten von Anpassungen. Entweder legst du einen prozentualen Abschlag auf alle Produkte im Katalog fest, zum Beispiel 20 Prozent unter dem Listenpreis. Oder du setzt für einzelne Produkte feste Preise, unabhängig vom allgemeinen Listenpreis. Beides lässt sich kombinieren. Gibt es für ein Produkt mehrere Kataloge mit unterschiedlichen Preisen, zeigt Shopify dem Kunden immer den niedrigsten gültigen Preis.
Staffelpreise und Mengenregeln lassen sich ebenfalls je Katalog hinterlegen. Du kannst Mindestbestellmengen, Vielfache und Preisstaffeln pro Menge definieren. Seit 2026 greifen diese Staffeln sogar auf Variantenebene, sodass ein T-Shirt in Größe XL eine andere Preisstruktur haben kann als dasselbe T-Shirt in Größe S.
Wie Kataloge technisch zugewiesen werden
In Shopify B2B gibt es das Konstrukt der Firma (Company) und der Firmenstandorte (Company Locations). Ein Großkunde mit mehreren Niederlassungen ist eine Firma mit mehreren Standorten. Du kannst einem Standort einen oder mehrere Kataloge zuweisen. Wenn ein Einkäufer dieses Standorts sich einloggt, sieht er automatisch die für ihn gültigen Preise und Sortimente.
Das ist sauberer als viele App-basierte Workarounds, weil die Logik direkt in der Plattform verankert ist und nicht durch einen externen Dienst abgebildet werden muss. Mehr zum Grundaufbau von B2B-Unternehmenskonten findest du im Artikel zu Shopify B2B mit Shopify Plus.
Limits je Shopify-Plan
Hier liegt der entscheidende Praxisknackpunkt. Auf den Standard-Plänen (Basic, Grow, Advanced) kannst du maximal drei aktive Kataloge über alle deine B2B-Märkte hinweg betreiben. Klingt erst mal nach genug, ist es in der Praxis aber oft nicht.
Ein mittelgroßer Großhändler braucht schnell vier bis sechs Kataloge: einen für Stammkunden mit 20 Prozent Rabatt, einen für Neukunden mit 10 Prozent, einen für einen Sonderpartner mit festen Sonderpreisen und vielleicht noch einen saisonalen Katalog für eine Aktionsperiode. Schon sind drei Slots zu wenig.
Shopify Plus hebt diese Grenze auf. Mit Plus kannst du eine unbegrenzte Anzahl an Katalogen anlegen und flexibel zuweisen. Das ist einer der konkreten Gründe, warum echtes B2B-Geschäft ab einer gewissen Komplexität den Plus-Plan braucht, nicht nur wegen des Brandings oder der dedizierten Checkout-Anpassung.
Eine Alternative für Shops auf Standard-Plänen sind spezialisierte Apps wie SparkLayer oder ähnliche Wholesale-Lösungen. Die haben aber ihren eigenen Preis und bringen eine weitere Abhängigkeit mit. Wir empfehlen, das ehrlich gegeneinander abzuwägen, bevor man sich für App oder Plus-Upgrade entscheidet. Den schnellen Überblick über Plankosten liefert der Artikel zu Shopify-Plänen im Überblick.
Produktsichtbarkeit je Katalog steuern
Kataloge steuern nicht nur Preise, sondern auch, welche Produkte ein Unternehmenskunde überhaupt sieht. Du kannst einem Katalog nur eine Teilmenge deines Sortiments zuweisen. Ein Kunde, der nur Produkte der Kategorie Zubehör kaufen darf, sieht dann kein Hauptsortiment.
Das ist vor allem relevant, wenn du einen kombinierten B2B-B2C-Shop betreibst, also einen Shop, in dem sich Endkunden und Geschäftskunden denselben Storefront teilen. B2B-Kunden sehen nach dem Login nur ihren Katalog, B2C-Kunden das volle Sortiment zu Listenpreisen. Ob ein Trennen in zwei getrennte Shops sinnvoller wäre, hängt von Sortimentsgröße und Betriebsaufwand ab. Dazu mehr im Artikel Wholesale und Großhandelspreise in Shopify.
Metafields für ergänzende Kataloginformationen
Ein Aspekt, der in vielen Guides fehlt: Kataloge selbst tragen keine Freitextfelder oder Metadaten. Wenn du produktbezogene Zusatzinformationen für B2B-Kunden brauchst, zum Beispiel Einkaufskonditionen, EAN-Listen oder interne Artikelnummern des Kunden, läuft das über Metafields auf Produkt- oder Variantenebene. Das Shopify-eigene B2B-System und Metafields arbeiten gut zusammen, solange man die Datenstruktur von Anfang an sauber plant. Wie Metafields und Metaobjects generell funktionieren, erklärt der Artikel Metafields und Metaobjects in Shopify nutzen.
ERP-Anbindung und Preissynchronisation
In der Praxis entstehen die meisten Probleme nicht beim Anlegen von Katalogen, sondern beim Befüllen. Wer 500 Produkte hat und drei Kundengruppen mit eigenen Preisen pflegt, kann das noch manuell tun. Wer 5.000 Produkte hat und Preise aus einem ERP-System wie xentral kommen, braucht eine saubere Synchronisationslogik.
Shopify bietet dafür die Admin API. Preise lassen sich per API in Kataloge schreiben. Was Shopify nicht mitliefert, ist der Konnektor zwischen ERP und Katalog. Den muss man entweder über eine bestehende Integrations-App lösen oder individuell entwickeln. Gerade für xentral-Kunden haben wir Erfahrung, wie solche Datenwege aufgebaut werden. Mehr zu diesem Thema findest du unter Shopify mit dem ERP verbinden und auf unserer Seite zu Shopify ERP-Anbindung.
Häufige Fragen
Kann ich in Shopify ohne Plus überhaupt B2B-Kataloge nutzen?
Ja. B2B-Funktionen inklusive Kataloge sind seit April 2026 grundsätzlich auch auf Standard-Plänen verfügbar. Die Grenze liegt bei drei aktiven Katalogen. Für kleinere Großhandelsstrukturen mit wenigen Kundengruppen reicht das aus. Sobald du mehr Differenzierung brauchst oder Preise aus einem ERP synchronisieren willst, wirst du auf Plus oder Apps angewiesen sein.
Was passiert, wenn ein Produkt in mehreren Katalogen auftaucht?
Shopify zeigt dem Kunden immer den niedrigsten Preis aus allen aktiven Katalogen, die ihm zugewiesen sind. Das ist wichtig zu wissen, weil es ungewollte Preiskombinationen erzeugen kann, wenn man Kataloge unsauber zuweist. Du solltest Katalogüberschneidungen für einen Kunden bewusst planen, nicht dem Zufall überlassen.
Lassen sich Kataloge mit Shopify Markets kombinieren?
Ja. Du kannst Kataloge an Unternehmensstandorte binden, die wiederum einem bestimmten Markt zugeordnet sind, zum Beispiel einem deutschen B2B-Markt mit Euro-Preisen und einem österreichischen B2B-Markt mit eigenen Preisen. Das gibt viel Flexibilität, macht die Konfiguration aber auch schnell komplex. Wer international aufgestellt ist, sollte die Struktur vor dem ersten Rollout durchplanen.
Wie aufwendig ist die initiale Einrichtung?
Für einen Shop mit zwei bis drei Kundengruppen und manuell gepflegten Preisen ist die Grundkonfiguration an einem halben Tag erledigt. Sobald Preise aus einem ERP kommen, Staffeln auf Variantenebene gebraucht werden oder viele Standorte zu pflegen sind, steigt der Aufwand erheblich. Hier lohnt sich eine kurze Beratung, bevor man Struktur baut, die man später aufwendig umbauen muss.
Weiterführende Beratung
Kataloge sind mächtiger als sie auf den ersten Blick wirken, und die Fallstricke liegen meist nicht im Einrichten, sondern im Skalieren. Wenn du planst, deinen Shopify-Shop um ein ernsthaftes B2B-Geschäft zu erweitern, oder wenn du von einer App-basierten Wholesale-Lösung auf das native B2B-System umsteigen willst, helfen wir dir bei der Konzeption und Umsetzung. Einen ersten Eindruck, was bei dir möglich ist, gibt unser Shopify Quick-Check oder ein Blick auf unsere Shopify-Leistungen.
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