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Betrieb & Performance

Zahlungsarten für Shopify in Deutschland

Welche Zahlungsarten du in deinem Shopify-Shop für Deutschland brauchst, was Shopify Payments leistet und worauf du beim Einrichten achten solltest.

6 Min. Lesezeit

Wer einen Shopify-Shop in Deutschland betreibt, hat beim Thema Zahlungsarten schnell das Gefühl, die halbe Finanzwelt konfigurieren zu müssen. In der Praxis reichen drei bis vier gut gewählte Methoden, um mehr als 90 Prozent der deutschen Kaufpräferenzen abzudecken. Entscheidend ist aber, wie du sie technisch einrichtest, denn die Wahl zwischen Shopify Payments und externen Anbietern beeinflusst direkt, wie viel Provision pro Bestellung anfällt.

Was deutsche Käufer wirklich erwarten

Der deutsche E-Commerce-Markt hat eine eigene Logik. Kauf auf Rechnung ist hierzulande nach wie vor die beliebteste Zahlungsart, weit vor Kreditkarte oder PayPal. Wer Rechnung nicht anbietet, verliert Konversionen, besonders in den Preissegmenten ab 100 Euro. Mehr dazu, welche Methoden aktuell wo dominieren, zeigt der Überblick zu den beliebtesten Zahlungsarten im E-Commerce.

Die Grundkombination, die für die meisten deutschen Shopify-Shops funktioniert:

  • Kauf auf Rechnung (via Klarna oder Shopify Payments)
  • PayPal (Pflicht, weil zu viele Käufer gezielt danach suchen)
  • Kreditkarte (Visa, Mastercard, mindestens)
  • SEPA-Lastschrift (relevant bei Abonnements und B2B)
  • Apple Pay / Google Pay (wachsend, besonders Mobile)

Wero, das Echtzeit-Zahlungssystem der European Payments Initiative (EPI) mit zahlreichen teilnehmenden Banken, ist seit 2025 über Shopify Payments verfügbar und gewinnt langsam Relevanz für jüngere Käufergruppen.

Shopify Payments: der native Weg

Shopify Payments ist der integrierte Zahlungsanbieter von Shopify und in Deutschland vollständig verfügbar. Der entscheidende Vorteil: Wer Shopify Payments aktiviert, zahlt keine zusätzlichen Transaktionsgebühren an Shopify. Diese Zusatzgebühr, die bei externen Anbietern je nach Plan zwischen 0,5 und 2,0 Prozent liegt, entfällt komplett.

Was Shopify Payments in Deutschland abdeckt:

  • Kreditkarten (Visa, Mastercard, American Express)
  • Klarna (Rechnung und Ratenzahlung, direkt integriert, inklusive SOFORT-Überweisung als Klarna-Marke)
  • Apple Pay und Google Pay
  • Shop Pay (Shopifys eigenes beschleunigtes Checkout-System)
  • Wero (seit 2025)

Die Kreditkartengebühren staffeln sich nach Plan. Im Einstiegsbereich fallen bei Online-Transaktionen typischerweise zwischen 1,5 und 2,0 Prozent plus ein fixer Centbetrag an. Mit höheren Plänen sinkt der Prozentsatz. Konkrete Zahlen ändert Shopify gelegentlich, daher lohnt sich ein Blick in die aktuelle Preisübersicht im Shopify Admin.

Die Verbindung zwischen Shopify Payments und Transaktionsgebühren ist ein eigenes Thema, das der Artikel Shopify Payments vs. externe Zahlungsanbieter vertieft.

PayPal: Pflicht, aber mit Besonderheiten

PayPal ist kein Teil von Shopify Payments, sondern wird als separater Anbieter eingebunden. Der entscheidende Punkt für deutsche Shops: Shopify berechnet für PayPal keine zusätzliche Transaktionsgebühr, selbst wenn du Shopify Payments parallel aktiv hast. PayPal ist damit die wichtigste externe Zahlungsart, für die Shopify diese Ausnahme macht.

Die Einrichtung läuft über den Bereich “Zahlungsanbieter” im Shopify Admin, erfordert ein verknüpftes PayPal Business-Konto und ist in wenigen Minuten erledigt. In der Praxis sehen wir bei Shops, die PayPal nachträglich aktivieren, spürbare Konversionsgewinne, besonders bei Erstbestellern, die dem Shop noch nicht vertrauen, PayPal aber kennen.

SEPA-Lastschrift: nicht nativ, aber machbar

SEPA-Lastschrift ist in Shopify Payments für Deutschland nicht direkt verfügbar. Wer SEPA anbieten möchte, muss auf einen externen Anbieter wie Mollie zurückgreifen. Mollie unterstützt SEPA als eigene Zahlungsart und lässt sich über die offizielle Shopify-App einbinden.

Der Haken: Sobald du einen externen Anbieter neben Shopify Payments nutzt, gilt dieser als separate Zahlungsmethode, und Shopify berechnet je nach Plan eine Zusatzgebühr. Die Ausnahme ist PayPal, nicht Mollie. Für Shops mit hohem B2B-Anteil oder Abo-Modellen kann SEPA trotzdem sinnvoll sein, weil die Gebühr durch niedrigere Rückbuchungsraten und bessere Planbarkeit ausgeglichen wird.

Eine detaillierte Aufstellung aller anfallenden Gebühren, auch beim Mischen mehrerer Anbieter, findest du im Artikel zu den Shopify Transaktionsgebühren.

Klarna: Rechnung ohne eigenes Risiko

Klarna ist in Deutschland der Standard für “Kauf auf Rechnung ohne selbst das Ausfallrisiko zu tragen”. Shopify Payments integriert Klarna direkt, du musst keinen separaten Klarna-Vertrag abschließen. Die Zahlungsart erscheint automatisch im Checkout, sobald Shopify Payments aktiv ist und Klarna in deiner Region verfügbar ist.

Das Risikomanagement übernimmt Klarna. Für dich als Händler bedeutet das: Du bekommst das Geld, Klarna holt es beim Käufer ein. Dafür fällt auf Klarnas Seite eine Gebühr an, die Shopify mit den Shopify-Payments-Konditionen bündelt. Ein separater Klarna-Vertrag ist nur nötig, wenn du Klarna außerhalb von Shopify Payments nutzen willst, zum Beispiel für spezielle Klarna-Features oder wenn Shopify Payments nicht in Frage kommt.

Externe Anbieter: wann es sich trotzdem lohnt

Es gibt Situationen, in denen externe Zahlungsanbieter Sinn ergeben, auch wenn die Zusatzgebühr schmerzt:

  • Stripe ist dann interessant, wenn du komplexe Abo-Modelle, Marktplatz-Strukturen oder individuelle Checkout-Logiken brauchst, die Shopify Payments nicht abbildet.
  • Mollie eignet sich für Shops mit starkem Niederlande- oder Belgien-Geschäft, wo iDEAL relevant ist, oder wenn SEPA unbedingt nativ eingebunden sein muss.
  • Unzer ist eine Option für B2B-lastige Shops mit spezifischen deutschen Anforderungen rund um Faktura und Rechnungssplitting.

Für die meisten mittelständischen D2C-Shops in Deutschland ist die Kombination Shopify Payments plus PayPal die sauberste Lösung, weil sie die Gebührenstruktur schlank hält und trotzdem alle relevanten Methoden abdeckt.

DSGVO und Datenschutz bei Zahlungsarten

Jede Zahlungsart, die du einbindest, verarbeitet personenbezogene Daten und muss in deiner Datenschutzerklärung genannt sein. Das gilt für Shopify Payments ebenso wie für PayPal, Klarna und jeden weiteren Anbieter. Wer Klarna einbindet, muss außerdem auf die Datenweitergabe an Klarna hinweisen, da Klarna eigene Bonitätsprüfungen durchführt.

Für den deutschen Markt ist außerdem wichtig: Verbraucherschutzrechtlich muss die gewählte Zahlungsart im Checkout klar erkennbar sein, bevor der Kauf abgeschlossen wird. Irreführende Checkout-Flows, bei denen die tatsächliche Zahlungsart erst nach der Bestellung sichtbar wird, sind abmahnungsgefährdet. Wie du deinen Shopify-Shop datenschutzkonform betreibst, erklärt der Artikel Shopify DSGVO-konform betreiben.

Häufige Fragen

Muss ich Shopify Payments nutzen, oder kann ich nur PayPal anbieten?

Du kannst Shopify grundsätzlich auch ohne Shopify Payments betreiben. Sobald du aber ausschließlich externe Anbieter wie PayPal, Stripe oder Mollie nutzt, berechnet Shopify pro Transaktion eine Zusatzgebühr, deren Höhe vom gewählten Plan abhängt. Bei PayPal allein entfällt diese Gebühr, das ist die offizielle Ausnahme. Für alle anderen externen Anbieter gilt sie.

Ist Shopify Payments in Deutschland wirklich vollständig nutzbar?

Ja, Shopify Payments ist in Deutschland ohne Einschränkungen verfügbar. Du benötigst ein deutsches Bankkonto, musst die Identitätsprüfung (KYC) abschließen und kannst danach alle nativ integrierten Zahlungsarten freischalten. Ausnahmen gibt es bei bestimmten Produktkategorien, die Shopify grundsätzlich ausschließt, zum Beispiel Waffen oder bestimmte Nahrungsergänzungsmittel.

Warum sehe ich Klarna im Checkout nicht, obwohl Shopify Payments aktiv ist?

Klarna erscheint nur dann im Checkout, wenn der Warenkorb einen Mindestbetrag erreicht, der von Klarna gesetzt wird, und wenn keine Produkte enthalten sind, die Klarna ausschließt. Außerdem musst du Klarna explizit im Bereich “Zahlungsanbieter” unter Shopify Payments aktivieren. Ein häufiger Fehler ist, Shopify Payments einzurichten, aber die einzelnen Zahlungsarten darin nicht durchzugehen.

Lohnt sich ein Wechsel zu einem höheren Shopify-Plan nur wegen niedrigerer Zahlungsgebühren?

Das hängt vom Umsatzvolumen ab. Wenn du den Unterschied in den prozentualen Kreditkartengebühren zwischen zwei Plänen mit deinem monatlichen Transaktionsvolumen multiplizierst, siehst du schnell, ob die Planmehrkosten ausgeglichen werden. Als Faustregel: Ab einem Monatsvolumen von etwa 20.000 bis 30.000 Euro beginnt ein Plan-Upgrade rein auf Basis der Zahlungsgebühren interessant zu werden. Rechne das für deinen konkreten Umsatzmix durch, bevor du wechselst.


Wer seinen Shopify-Shop in Deutschland ernsthaft aufstellt, kommt an einer durchdachten Zahlungsartenkonfiguration nicht vorbei. Wenn du Unterstützung beim Setup, bei der Gebührenoptimierung oder beim Thema Checkout-Conversion brauchst, findest du auf der Shopify-Betreuungsseite einen Überblick, was wir für laufende Shops leisten. Für einen ersten Blick auf deinen Shop gibt es außerdem den Shopify Quick-Check.

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