Onlineshop-Erstellung 2026: Der ehrliche Leitfaden vor dem ersten Klick
Wenn dich jemand fragt, was ein Onlineshop kostet, lautet die ehrliche Antwort: „Kommt drauf an.” Das ist allerdings keine Ausrede. Es ist eine Einladung, die richtigen Fragen vorher zu stellen. Dieser Leitfaden ist der Pflicht-Stoff vor dem ersten Klick: Welches System passt, was kostet wirklich was, welche Fehler kannst du dir sparen, und wie sieht ein Launch-Plan aus, der nicht im Chaos endet.
Geschrieben aus 20 Jahren Erfahrung mit Shops, die wir aufgesetzt und seither täglich am Laufen halten. Mit dem ehrlichen Blick darauf, was wir an Tag eins gerne gewusst hätten.
Inhalt
- Bevor du anfängst: Drei Fragen, die du beantworten musst
- Systemwahl: Shopware, Shopify oder Atamya?
- Theme oder Custom? Die ehrliche Antwort
- Pricing-Realitäten: Was kostet wirklich was
- Pflichten, die kein Marketing-Pitch erwähnt
- ERP von Tag 1, oder du baust zweimal
- Schnittstellen: Wer redet mit wem
- Content, Daten und Bilder
- Der Launch-Plan, der nicht im Chaos endet
- Hypercare: Die unterschätzten ersten 90 Tage
- Häufige Fehler in der Erstellungsphase
- Quick-Check: Bist du startklar?
Bevor du anfängst: Drei Fragen, die du beantworten musst
Bevor du ein System wählst, ein Theme kaufst oder eine Agentur anschreibst, beantworte diese drei Fragen schriftlich. Nicht im Kopf, schriftlich. Drei Sätze pro Frage reichen.
Frage 1: Wem verkaufst du was? B2B oder B2C? Stammkunden oder Erstkäufer? Standard-Sortiment oder erklärungsbedürftig? Pflichtfeld, weil daran fast alle weiteren Entscheidungen hängen: Pricing, Sortiment-Pflege, Checkout, Zahlungsarten, Versand-Logik.
Frage 2: Wie sieht dein Tag in 12 Monaten aus? Wie viele Bestellungen pro Tag? Wie viele Produkte? Wie viele Versandländer? Wie viele Lager? Wer macht Pflege, wer Versand, wer Service? Diese Antworten bestimmen, ob du mit einem Standard-Shopify-Theme glücklich wirst oder ob du Shopware mit ERP-Anbindung brauchst.
Frage 3: Wer pflegt das System in zwei Jahren? Du selbst? Mitarbeiter? Eine Agentur? Wenn die Antwort „weiß noch nicht” ist, plane konservativ. Jedes System, das niemand pflegt, verfällt. Das ist nicht Frage des Geschmacks, das ist Statistik.
Wer diese drei Fragen nicht klar beantworten kann, sollte vor der Shop-Erstellung ein Beratungsgespräch führen, kein Angebot einholen. Das Angebot ohne Vorbereitung ist ein Rate-Spiel.
Du startest dein erstes Shop-Projekt?
Unsere Shop-Gründungs-Checkliste führt dich Schritt für Schritt durch die Pflicht-Entscheidungen vor dem Projektstart. Sortiment, Rechtstexte, Zahlungsarten, Versand, ERP-Frage, Domain. Druckbar, ohne E-Mail-Pflicht.
Checkliste öffnenSystemwahl: Shopware, Shopify oder Atamya?
Es gibt nicht „das beste” System. Es gibt das passende. Wir arbeiten regelmäßig mit allen drei genannten Plattformen und sehen klare Muster, welches System wann passt.
Shopware 6 ist stark, wenn:
- Du B2B-Anforderungen hast: Staffelpreise, kundenspezifische Preise, Zahlungsziele, Schnellbestellung
- Du erklärungsbedürftige Produkte verkaufst, die einen Konfigurator brauchen
- Du in Deutschland hostest und volle Kontrolle über Daten und Anpassungen willst
- Du mit einem ERP wie xentral, tricoma oder einer eigenen Warenwirtschaft arbeitest
- Du langfristig planst, eigene Plugins oder Custom-Logik zu nutzen
Shopify ist stark, wenn:
- Du schnell launchen willst und mit einem soliden Standard-Setup zufrieden bist
- B2C im Mittelpunkt steht, mit klassischem Warenkorb-Flow
- Marketing- und App-Ökosystem dir wichtiger sind als individuelle Backend-Anpassungen
- Du keinen Inhouse-Tech-Lead hast und die Plattform es wartet
- Internationaler Verkauf mit klaren Märkten dein Plan ist (Shopify Markets)
Atamya passt, wenn:
- Du eine moderne, cloudbasierte Plattform mit starkem PIM-Anspruch suchst
- Multi-Channel-Verkauf (Marktplätze, eigener Shop, Print-Kataloge) zentral bedient werden soll
- Du Sortimente mit komplexen Varianten und vielen Attributen pflegst
Die ehrliche Wahrheit: Die Entscheidung „Shopware vs. Shopify” ist seltener eine Frage der Features als eine Frage des Betriebsmodells. Shopify ist gepflegtes Mieten mit Marketing-Komfort. Shopware ist eigene Werkstatt mit voller Verantwortung und vollem Hebel. Atamya liegt dazwischen mit klarem Multi-Channel-Fokus.
Zwischenfazit: Wenn du die Systemfrage in 15 Minuten beantwortest, hast du sie nicht beantwortet. Lade Demo-Daten in beide Systeme, baue einen Beispielartikel und gehe einen Check-out durch. Das spart dir später Schmerzen.
→ Onlineshop-Erstellung bei BuI: Systeme, Pakete, Vorgehen
Theme oder Custom? Die ehrliche Antwort
Hier scheitern Projekte am häufigsten an falscher Erwartung. Ein Theme ist kein fertiger Shop, sondern ein gestaltetes Grundgerüst. Ein Custom-Theme ist ein gestaltetes Grundgerüst, das exakt zu deiner Marke passt. Beides braucht Arbeit nach der Installation.
Standard-Theme (Shopify) oder Shopware-Default-Theme:
- Geeignet, wenn deine Marke noch keinen klaren visuellen Anspruch hat oder du schnell live gehen willst
- Kostenpunkt für ein gutes Premium-Theme: 200 bis 400 Euro einmalig
- Anpassungsaufwand für ein passables Branding: 2 bis 5 Tage Designer- und Frontend-Aufwand
- Limitierung: Du sitzt im selben Theme wie tausende andere Shops, Unterscheidbarkeit gering
Customizing eines Themes:
- Theme bleibt erhalten, einzelne Bereiche werden umgebaut (Farben, Typografie, Header, Footer, Produktdetailseite)
- Realistischer Aufwand: 5 bis 15 Tage Designer plus Frontend
- Vorteil: Updates des Themes bleiben einspielbar, wenn man sauber arbeitet
- Risiko: Wenn Customizing zu tief geht, blockiert es Updates und wird Custom-Code mit Theme-Etikett
Custom-Theme von Grund auf:
- Eigenes Design, eigene Komponenten, eigene UX
- Realistischer Aufwand für mittelständische Shops: 20 bis 60 Tage gesamtes Team (Design, Frontend, Backend für Theme-Logik)
- Sinnvoll, wenn die Marke ein hoher Wert ist und der Shop dauerhaft zentraler Vertriebskanal bleibt
- Pflicht: Saubere Komponenten-Struktur, sonst wird die Wartung teuer
In unserer Praxis sehen wir typischerweise: B2C-Marken mit klarem Branding gehen in 70 Prozent der Fälle Custom. B2B-Shops mit Funktion vor Form starten zu 80 Prozent mit angepasstem Theme und investieren erst in Custom, wenn das Geschäft trägt. Beides ist legitim, wenn die Entscheidung bewusst getroffen wird.
Pricing-Realitäten: Was kostet wirklich was
Hier räumen wir mit dem Marketing-Nebel auf. Die folgenden Zahlen sind realistische Rahmen für mittelständische Shops im DACH-Markt 2026, ohne extreme Fälle.
Software-Kosten pro Jahr:
- Shopware 6 Open Source: 0 Euro Lizenz, aber Hosting und Wartung musst du selbst tragen
- Shopware 6 Rise: ab ca. 600 Euro pro Monat (rund 7.200 Euro pro Jahr), Evolve und Beyond skalieren je nach Umsatz und Modulen deutlich darüber (Richtwerte, Konditionen direkt bei Shopware live prüfen)
- Shopify Basic bis Advanced: rund 40 bis 400 Dollar pro Monat plus Transaction Fees
- Shopify Plus: ab 2.300 Dollar pro Monat
- Atamya: SaaS-Pricing nach Modulen, mittlere Setups typischerweise 4.000 bis 12.000 Euro pro Jahr
Hosting (für Shopware, da Shopify und Atamya inkludiert):
- Managed-Hosting für kleinen Shop (z.B. Maxcluster XS): 70 bis 150 Euro pro Monat
- Mittlerer Shop mit ERP-Anbindung: 250 bis 500 Euro pro Monat
- Größere Setups mit Redis, Elasticsearch, Stage-Umgebung: 500 bis 1.500 Euro pro Monat
Erstellungs-Projekt einmalig:
- Standard-Shop mit gutem Theme, ohne ERP, Standard-Sortiment: 8.000 bis 20.000 Euro
- Shop mit Custom-Theme, ERP-Anbindung, mittlerem Funktionsumfang: 25.000 bis 60.000 Euro
- Komplexer Shop mit Konfigurator, mehreren Schnittstellen, B2B-Funktionen: 60.000 bis 150.000 Euro
- Enterprise-Setups mit Headless, Multi-Shop, eigenen Plugins: ab 150.000 Euro aufwärts
Plugins / Apps:
- Shopware: typische Erweiterungs-Plugins kosten 49 bis 499 Euro einmalig oder 5 bis 50 Euro pro Monat
- Shopify: Apps oft als monatliches Abo, schnell summieren sich 5 Apps zu 100 bis 300 Euro pro Monat
- Faustregel: Plane 10 bis 25 Prozent des Erstellungs-Budgets für Plugins ein
Laufende Betreuung (oft vergessen):
- Basis-Wartung für stabilen Shop: 400 bis 800 Euro pro Monat
- Professional-Wartung mit aktiver Weiterentwicklung: 1.200 bis 2.500 Euro pro Monat
- Enterprise mit SLA und mehreren Systemen: ab 3.500 Euro pro Monat
Ein Shop, der mit 15.000 Euro erstellt wird und dann „läuft halt”, existiert in der Realität nur in den ersten 18 Monaten. Danach wird er entweder gepflegt, oder er degeneriert. Das ist die unbequeme Wahrheit.
Bei BuI Hinsche sehen wir in der Wartungs-Übernahme regelmäßig Shops, die für 12.000 Euro gestartet wurden und nach drei Jahren 25.000 Euro Update-Schulden angesammelt haben. Günstig erstellen, ungepflegt lassen, teuer nachrüsten. Dieser Kreislauf ist verbreitet und vermeidbar.
→ Pakete und Festpreise für Onlineshop-Erstellung
Pflichten, die kein Marketing-Pitch erwähnt
Bevor du live gehst, hast du rechtliche und technische Pflichten, die nicht verhandelbar sind. Wir hatten Kunden, die nach dem Launch Abmahnungen bekommen haben, weil sie genau diese Punkte unterschätzt haben.
Pflichten rechtlich:
- Impressum mit allen Angaben nach Telemediengesetz
- Datenschutzerklärung, individuell auf deinen Shop bezogen, nicht der Standard-Generator-Text
- AGB, abgestimmt auf B2B oder B2C oder beides
- Widerrufsbelehrung mit Muster-Widerrufsformular für B2C
- Cookie-Consent-Banner mit echter Opt-in-Logik (kein Pre-Ticking)
- Preisangaben-Verordnung: Grundpreise, Versandkosten transparent
- Verpackungsverordnung: Registrierung bei der Zentralen Stelle
- Elektrogesetz / Batteriegesetz, wenn zutreffend
- TMG-konformes Tracking-Setup mit dokumentiertem Consent-Flow
Pflichten technisch:
- SSL-Zertifikat (heute selbstverständlich, aber regelmäßig zu prüfen)
- DSGVO-konforme Drittdienst-Auswahl: Server in EU oder Auftragsverarbeitung geregelt
- Backup-Strategie ab Tag 1, nicht „bauen wir später”
- Strukturierte Daten (Produkt, Breadcrumb, Organisation) für SEO
- 404-Konzept und Redirect-Strategie
- Sitemap und robots.txt sauber konfiguriert
- E-Mail-Versand mit SPF, DKIM und DMARC, sonst landen Bestellbestätigungen im Spam
Wir empfehlen, die rechtlichen Texte von einem Spezial-Anbieter wie Trusted Shops, IT-Recht-Kanzlei oder einem Anwalt erstellen zu lassen. Diese sind nicht teuer und entwickeln sich mit dem Rechtsstand mit. Eigene Texte aus dem Generator sind Risiko, das wir nicht empfehlen.
ERP von Tag 1, oder du baust zweimal
Der teuerste Fehler in der Shop-Erstellung: ERP-Frage auf später verschoben. Wir sehen das regelmäßig. Der Shop ist live, die Bestellungen kommen, Lager und Versand werden über Excel-Listen koordiniert. Nach sechs Monaten ist das Setup unhaltbar, ein ERP wird nachgerüstet, und plötzlich passt nichts mehr zusammen.
Wann ist ein ERP von Anfang an Pflicht:
- Mehr als 30 Bestellungen pro Tag absehbar
- Mehrere Verkaufskanäle (Shop, Amazon, eBay, stationär)
- Mehrere Lager oder Dropshipping
- Mehr als ein Mitarbeiter, der Bestellungen bearbeitet
- B2B mit Stammkunden, Lieferscheinen, Zahlungszielen
- Lagerbestand muss zwingend in Echtzeit sein
Wann reicht der Shop alleine in der Startphase:
- Kleines Sortiment (unter 200 Artikel)
- Wenige Bestellungen pro Tag
- Ein Mitarbeiter, der Versand und Service macht
- Kein Multi-Channel
- Lager-Sync per Hand vertretbar
Wenn ein ERP absehbar wird, plane die Anbindung beim Shop-Aufbau mit ein. Konkret: Wähle das ERP vor dem Shop oder zumindest parallel, sodass Stammdaten-Strukturen (Artikelnummern, Varianten-Logik, Steuersätze, Versandgruppen) im Shop von Anfang an zum ERP passen.
Systeme, die wir im DACH-Mittelstand regelmäßig sehen:
- xentral: starker All-in-one-Ansatz, gute Shopware-Anbindung, gerade für wachsende B2C- und kleinere B2B-Shops sinnvoll
- tricoma: stark in B2B, Multi-Channel und Großhandel
- Atamya: starkes PIM, gut für umfangreiche Sortimente
- Pickware: wenn der Schwerpunkt klar auf Lager- und Versandlogik liegt und Shopware Hauptsystem bleibt
Wer mit Excel oder Lexware in den Shop startet und nicht plant, das mittelfristig abzulösen, baut Schulden auf.
→ xentral-Onboarding mit Festpreis-Paketen → Ist dein Shop ERP-reif? Mach den ERP-Readiness-Check
Schnittstellen: Wer redet mit wem
Ein moderner Onlineshop ist nicht ein System, sondern ein Verbund. Plane die Schnittstellen-Landschaft, bevor du Code schreibst.
Typische Schnittstellen-Karte für einen mittelständischen Shop:
- Shop ↔ ERP (Artikel, Bestände, Bestellungen)
- ERP ↔ Buchhaltung (DATEV-Export, Lexware-Schnittstelle, sevDesk)
- ERP ↔ Versanddienstleister (DHL, GLS, DPD, Versandlabels und Tracking)
- Shop ↔ Payment (Mollie, Stripe, PayPal, Klarna)
- Shop ↔ Marketing (Google Analytics 4, Meta Conversions API, Klaviyo, Klicktipp)
- Shop ↔ Marktplätze (Amazon SP-API, eBay, Otto)
- Shop ↔ Bewertungs-Plattform (Trusted Shops, ProvenExpert)
- Shop ↔ Cookie-Consent (Usercentrics, Cookiebot, eigene Lösung)
Für jede Schnittstelle gilt: Wer ist Master, wer Slave? Wie oft wird synchronisiert? Was passiert bei einem Fehler? Wer merkt es, wenn die Schnittstelle stehen bleibt? Diese Fragen vorab klären, nicht erst, wenn der erste stille Datenstau auffällt.
Pattern, das wir empfehlen:
- Ein zentrales System ist die Wahrheit für jeden Datenpunkt (ERP für Bestände, Shop für Inhalte, CRM für Kunden-Insights)
- Synchronisation läuft asynchron mit Queue, nicht synchron bei jedem Klick
- Jede Schnittstelle hat ein Monitoring, das anschlägt, wenn sie steht
- Manuelle Re-Sync-Möglichkeit ist immer eingebaut, sonst wird der Notfall zur Bastelarbeit
Content, Daten und Bilder
Ein Shop ohne Inhalte ist ein hübsches Skelett. Plane die Content-Erstellung als eigene Projektphase, nicht als „machen wir am letzten Wochenende vor Launch”.
Was du pro Produkt brauchst:
- Eindeutige Artikelnummer und Varianten-Logik
- Produktname, kurze Beschreibung (für Listings), lange Beschreibung (für SEO und Vertrauen)
- Mindestens 3 Bilder, freigestellt oder konsistent inszeniert, in zwei Größen
- Attribute für Filter (Farbe, Größe, Material, Kategorie)
- SEO-Title und Meta-Description (kein Standard, sondern bewusst geschrieben)
- Steuersatz, Versandgruppe, Lagerbestand
Was du an Inhalten neben Produkten brauchst:
- Kategorie-Texte mit Mehrwert (nicht nur „Hier findest du unsere Schuhe”)
- About-Seite mit Geschichte, Team, Werten
- FAQ-Bereich (spart Service-Anfragen und ist SEO-Gold)
- Blog für Themen-Autorität, wenn SEO langfristig Kanal sein soll
- Versand- und Rückgabe-Seite, klar und ohne Marketing-Geschwurbel
- Service-Seite mit Kontaktwegen
Realistischer Aufwand: Eine saubere Produkt-Beschreibung mit Bildern braucht 30 bis 90 Minuten pro Artikel. Bei 500 Produkten sind das 250 bis 750 Stunden Content-Arbeit, die niemand spät am Abend „mal eben” macht.
Plane Content-Erstellung als separates Teilprojekt mit eigenem Budget. Wer hier spart, hat den teuersten Hebel verschenkt: Konversion durch gute Inhalte ist mit Abstand günstiger als Konversion durch Ads.
Du willst wissen, was dein Shop wirklich kostet?
Wir machen verbindliche Festpreise nach einem Discovery-Call, statt mit „kommt drauf an" anzufangen. Du bekommst klare Pakete für Shopware, Shopify oder Atamya, inkl. Plan für die Anschluss-Betreuung.
Der Launch-Plan, der nicht im Chaos endet
Ein Shop-Launch ist ein Projekt, kein Knopfdruck. Wer am Tag X einfach „Live schalten” sagt, hat schon verloren. So sieht ein realistischer Launch-Plan aus, der bei uns für mittelständische Projekte gut funktioniert.
T minus 8 Wochen:
- Stage-Umgebung steht, alle Funktionen sind technisch da
- Erste Content-Welle ist eingepflegt (mindestens 20 Prozent der Artikel)
- ERP-Anbindung funktioniert bidirektional
- Zahlungsarten sind eingerichtet, im Sandbox getestet
T minus 6 Wochen:
- Interne Test-Phase: Mitarbeiter bestellen, retournieren, simulieren Fehlerfälle
- Performance-Audit: PageSpeed, Core Web Vitals
- SEO-Audit: 404-Plan, Redirect-Liste (gerade bei Relaunches Pflicht)
- Tracking-Aufbau: GA4, Conversion-Tags, Cookie-Consent live geprüft
T minus 4 Wochen:
- Content vollständig eingepflegt
- Versand-Tests mit echten Paketen
- Rechtstexte final freigegeben
- Server-Setup auf Produktiv-Last vorbereitet (Cache, Redis, Hosting-Tarif)
T minus 2 Wochen:
- Soft-Launch mit ausgewählten Testkunden
- Last-Minute-Fixes
- Backup- und Rollback-Plan dokumentiert
- Hotline und Service-Team gebrieft
T minus 0 (Launch-Tag):
- DNS-Umstellung in einem festen Zeitfenster
- Monitoring scharf geschaltet
- Mindestens zwei Entwickler oder Agentur-Kontakt erreichbar
- Erste Bestellung manuell durchspielen und prüfen
Wann nicht launchen:
- Freitag-Nachmittag (niemand kann am Wochenende reagieren)
- Black-Friday-Woche (Ausfall kostet vierstellig pro Stunde)
- Direkt vor Urlaubszeit der wichtigsten Verantwortlichen
- An Tagen mit großen Marketing-Aktionen
Wir empfehlen den Launch an einem Dienstag oder Mittwoch zwischen 9 und 11 Uhr. Genug Zeit, um Probleme im Verlauf des Tages zu beheben, ohne die Wochenend-Lücke.
Hypercare: Die unterschätzten ersten 90 Tage
Der Launch ist nicht das Ende des Projekts. Er ist der Anfang der Hypercare-Phase. Die ersten 90 Tage entscheiden, ob dein Shop in einen stabilen Betrieb übergeht oder ein Dauerproblem wird.
Was zur Hypercare-Phase gehört:
- Tägliches Monitoring der Fehler-Logs in den ersten 14 Tagen, dann wöchentlich
- Wöchentliches Tracking-Audit: kommen alle Conversions sauber an?
- Performance-Beobachtung mit Real-User-Daten
- Schnelle Fix-Zyklen für kleinere Bugs (eingeplant, nicht „mal schauen”)
- Wöchentliche Reviews mit der Agentur oder dem Team
- Backup-Tests in den ersten 30 Tagen tatsächlich durchführen
Typische Erkenntnisse aus der Hypercare-Phase:
- Conversion-Engpässe auf bestimmten Geräten oder Browsern
- Filter-Logik, die im Test nicht aufgefallen ist
- Stille Versand-Probleme bei bestimmten Postleitzahlen
- Cron-Jobs, die zwar laufen, aber nicht das tun, was sie sollten
- Performance-Lücken, die unter Last sichtbar werden
Wir empfehlen, Hypercare verbindlich in den Projektvertrag aufzunehmen. Mindestens 30 Tage, idealerweise 90 Tage, mit klaren Stunden für Fixes und Anpassungen. Wer Hypercare auf „wenn was ist, melde dich” reduziert, wird in Woche drei eine unangenehme Diskussion über Stundenabrechnungen führen.
→ So sieht unsere Hypercare-Phase aus
Häufige Fehler in der Erstellungsphase
Aus 20 Jahren Projektarbeit, die Klassiker, die wir auch 2026 noch immer wieder sehen:
- Systemwahl nach Bauchgefühl statt nach Anforderungen. „Mein Freund hat auch Shopify” ist kein Auswahl-Kriterium.
- ERP wird verschoben, weil „kostet jetzt zu viel”. Nach 12 Monaten wird es teurer als hätte man von Anfang an geplant.
- Content wird unterschätzt. Shop ist technisch fertig, aber 80 Prozent der Artikel haben keine Beschreibung.
- Rechtstexte aus dem Generator. Erste Abmahnung kommt, das Sparen war teuer.
- Kein Plan für die Zeit nach dem Launch. Hypercare und Wartung werden „später geklärt”, später wird es Notfall.
- Theme-Auswahl ohne Performance-Test. Das schöne Theme braucht 8 Sekunden zum Laden und ruiniert die SEO.
- Tracking wird zuletzt eingerichtet. Nach Launch fehlen Daten, die man nie wieder bekommt.
- Migration ohne SEO-Plan. Beim Relaunch verschwinden Rankings, die jahrelang aufgebaut wurden.
- Plugin-Sammlung statt Plugin-Strategie. 25 Plugins für 25 Probleme, die sich gegenseitig stören.
- Agentur-Wechsel kurz vor Launch. Wenn die Chemie zwischen Kunde und Agentur nicht passt, ist es zwei Wochen vor Launch zu spät, das zu klären.
Jeder dieser Fehler ist einzeln vermeidbar. Die Summe macht den Unterschied zwischen einem Launch, der trägt, und einem, der in sechs Monaten teure Nacharbeit produziert.
Quick-Check: Bist du startklar?
Beantworte diese sechs Fragen ehrlich. Wenn du bei mehr als zwei unsicher bist, brauchst du mehr Vorbereitung, nicht das nächste Angebot.
- Kennst du deine Zielgruppe, dein Sortiment und dein 12-Monats-Volumen schriftlich?
- Hast du eine bewusste Entscheidung für ein System getroffen, nicht aus Bauchgefühl?
- Ist die ERP-Frage geklärt, mit Plan und Budget?
- Sind die Rechtstexte beauftragt oder budgetiert?
- Hast du jemanden, der den Shop nach Launch pflegt, intern oder als Agentur?
- Hast du Hypercare und Wartung im Budget, nicht nur die Erstellung?
Wer hier sechsmal nickt, kann starten. Wer drei- oder viermal unsicher ist, sollte einen Discovery-Termin machen, bevor er ein Angebot einholt.
Bei BuI Hinsche planen wir jedes Shop-Projekt so, dass es nach dem Launch in eine Dauerbetreuung übergeht. Das ist nicht Sales-Tactic, sondern unser Modell. Wir bauen Shops, die wir auch in fünf Jahren noch kennen. Wer das nicht will, ist bei einer Projekt-Agentur besser aufgehoben, das ist legitim.
Bereit für ein verbindliches Angebot?
Wir machen einen Discovery-Call, dann ein konkretes Angebot mit Festpreis und Plan für die Hypercare-Phase. Kein Stundenzettel, kein „kommt drauf an". Vorbereitung kostet 30 Minuten deiner Zeit.
Fazit: Erstellung ist 20 Prozent, der Rest ist Betrieb
Ein guter Onlineshop entsteht nicht im Launch-Sprint, sondern im sauberen Aufbau über Monate und im disziplinierten Betrieb über Jahre. Die Erstellungsphase ist der Anfang, nicht das Ergebnis.
Wenn du diesen Leitfaden vor deinem ersten Klick gelesen hast, hast du dir den größten Fehler bereits gespart: den unbedachten Start. Der zweite große Fehler kommt nach dem Launch, wenn niemand sich darum kümmert. Dafür gibt es Wartung, und dafür gibt es uns.
Plane den Shop so, dass du in drei Jahren noch zufrieden bist. Nicht so, dass er morgen live ist.
→ Onlineshop-Erstellung mit Festpreis und Hypercare → Erstgespräch direkt mit Matthias buchen
Wie gesund ist dein Shop wirklich?
15-Punkte-Selbstcheck zu Updates, Sicherheit, Performance, SEO und Tracking. Sofort-Auswertung, ohne E-Mail-Anmeldung.
Shopify-Projekt im Kopf?
Wir setzen Shopify-Stores auf, integrieren ERP und passen Themes an, schnell, sauber und mit klarem Scope.