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Migration

Von Shopware 5 auf 6 migrieren: So läuft der Umstieg

Shopware 5 auf 6 migrieren: Wie der Umstieg abläuft, was du vorher klären musst und welche Fallstricke dich Zeit und Rankings kosten können.

5 Min. Lesezeit

Eine Migration von Shopware 5 auf Shopware 6 ist kein Systemupdate, sondern ein Plattformwechsel. Daten, Theme und Plugins müssen neu gedacht werden, nicht einfach übertragen. Wer das von Anfang an versteht, plant realistischer und kommt mit weniger Überraschungen durch.

Warum eine Migration zwingend wird

Shopware 5 ist am Ende seines Lebenszyklus. Es gibt keine neuen Funktionen mehr, keine Sicherheitsupdates und keinen aktiven Support durch Shopware. Was das konkret bedeutet, beschreibt unser Artikel zu Shopware 5 End-of-Life im Detail.

Der praktische Druck kommt oft von außen: Hoster schalten alte PHP-Versionen ab, Zahlungsanbieter verändern ihre APIs, Marktplätze stellen neue Anforderungen. Mit jedem Monat, den du auf Shopware 5 verbleibst, wird das Umfeld enger, ohne dass dein Shop davon profitiert.

Das ist keine Panikmache. Es ist eine Frage des richtigen Timings. Eine gut geplante Migration kostet deutlich weniger als eine, die unter Druck entsteht.

Was sich grundlegend ändert

Die technischen Unterschiede zwischen Shopware 5 und 6 sind nicht kosmetisch. Das neue System ist von Grund auf neu gebaut, auf Symfony und Vue.js, mit einer modernen API-First-Architektur. Wer die Details interessiert, findet eine ausführliche Gegenüberstellung in unserem Artikel Shopware 6 vs Shopware 5.

Für die Migration sind drei Dinge entscheidend:

  • Daten: Produkte, Kunden, Bestellungen, Kategorien und Medien können über das offizielle Shopware-Migrations-Plugin übertragen werden. Allerdings mit Einschränkungen.
  • Theme: Dein Shopware-5-Theme läuft in Shopware 6 nicht. Du startest mit einem neuen Design auf Basis von Twig und Bootstrap 5.
  • Plugins: Kein einziges Shopware-5-Plugin funktioniert in Shopware 6. Jede Erweiterung muss ersetzt oder neu entwickelt werden.

Diese drei Punkte bestimmen Aufwand, Kosten und Zeitplan.

Die typischen Projektphasen

Ein sauber strukturiertes Migrationsprojekt läuft in mehreren Phasen ab. Die genauen Inhalte variieren je nach Shop-Größe und Komplexität, aber die Grundstruktur ist erprobt.

Phase 1: Analyse und Inventur. Zuerst schauen wir uns an, was vorhanden ist. Wie groß ist der Datenbestand? Welche Plugins sind im Einsatz, und welche davon haben einen echten Shopware-6-Nachfolger? Gibt es Eigenentwicklungen, die neu spezifiziert werden müssen? Schon hier trennt sich, was realistisch ist, von dem, was sich jemand erhofft hat.

Phase 2: Konzept und Scope. Auf Basis der Analyse entsteht ein klarer Scope mit Festpreis. Welche Daten werden übernommen, welche Plugins ersetzt, wie sieht das neue Theme aus? Hier werden auch SEO-Anforderungen festgelegt, insbesondere das Redirect-Mapping, damit bestehende Google-Rankings nicht verloren gehen.

Phase 3: Entwicklung und Aufbau. Die neue Shopware-6-Instanz wird parallel zum laufenden Shop aufgebaut. Theme, Plugins, Konfiguration, Datenimport. Der Altshop läuft währenddessen weiter.

Phase 4: Migration und Tests. Datenmigration mit dem Shopware-Migrationstool, manuelle Nacharbeit wo nötig, dann intensive Testphase. Checkout, Suche, Filter, Zahlungsarten, Versandregeln, Mobile-Ansicht.

Phase 5: Go-Live und Nachbetreuung. Der Go-Live selbst ist bei guter Vorbereitung der ruhigste Moment des Projekts. Danach folgt eine Stabilisierungsphase, in der Kleinigkeiten nachgezogen werden und die ersten Wochen eng begleitet werden.

Was das Migrations-Plugin kann und was nicht

Shopware stellt ein offizielles Migrations-Plugin bereit, das die Datenübernahme aus Shopware 5 unterstützt. Es überträgt:

  • Produkte, Varianten, Eigenschaften
  • Kategorien und Medienbibliothek
  • Kunden und Adressen
  • Bestellungen (mit Status und Positionen)
  • Versandmethoden und Zahlungsarten (als Rohstruktur)

Was das Tool nicht leistet: individuelle Felder, die in Shopware 5 über Custom-Plugins entstanden sind, werden nicht automatisch übertragen. Gleiches gilt für komplexe Produktkonfigurationen, spezifische Preisregeln und alle shop-seitigen Inhalte wie Erlebniswelten oder Blog-Artikel.

Für komplexere Datenstrukturen braucht es manuelle Nacharbeit oder eigene Import-Skripte. Wie das im Detail abläuft, erklärt unser Wiki-Artikel zur Datenmigration nach Shopware.

Die häufigsten Fehler, die wir aus Projekten kennen

Nach dutzenden Migrations-Projekten gibt es einige Muster, die immer wieder auftauchen.

SEO wird unterschätzt. Die URL-Struktur von Shopware 5 und 6 unterscheidet sich. Ohne ein vollständiges Redirect-Mapping verlierst du Rankings, die du jahrelang aufgebaut hast. Das ist kein Detail, sondern einer der teuersten Fehler bei einer Migration. Mehr dazu findest du in unserem Wiki-Artikel zum Thema SEO-Erhalt bei Shopware-Migrationen.

Plugin-Inventur wird zu spät gemacht. Manche Händler merken erst kurz vor Go-Live, dass ein zentrales Plugin keinen Nachfolger hat. Dann entsteht Druck, eine Neuentwicklung zu beauftragen, was den Zeitplan sprengt. Deshalb machen wir die Plugin-Inventur am Anfang, nicht am Ende.

Das neue Theme wird unterschätzt. Ein Shopware-6-Theme, das wirklich zum Unternehmen passt und technisch sauber gebaut ist, braucht Zeit. Wer denkt, ein Standard-Theme reicht erstmal, und plant das Redesign für später, hat oft ein “erstmal” das zwei Jahre dauert.

Datenmenge und Datenqualität werden verwechselt. Viele Shops haben über die Jahre eine Menge Altdaten angesammelt. Defekte Medien, doppelte Produkte, verwaiste Kategorien. Die Migration ist die Chance, das aufzuräumen, nicht der Zeitpunkt, um alles blind rüberzukopieren.

Aufwand und Kosten realistisch einschätzen

Pauschale Preise für eine Shopware-Migration gibt es seriöserweise nicht. Der Aufwand hängt von zu vielen Faktoren ab: Sortimentsgröße, Anzahl und Komplexität der Plugins, Anforderungen an das neue Theme, Datenqualität und ob Eigenentwicklungen aus Shopware 5 neu gebaut werden müssen.

Was wir sagen können: ein kleiner bis mittelgroßer Shop mit einem überschaubaren Plugin-Stack und einem vorbereiteten Datensatz ist in einigen Wochen migrierbar. Ein komplexer B2B-Shop mit dutzenden Plugins, individueller Preislogik und ERP-Anbindung braucht mehrere Monate. Beides hat seinen Preis.

Wenn du eine erste Einschätzung für deinen konkreten Shop willst, ist unser Migrations-Check ein guter Einstieg. Ohne Verpflichtung, ohne Gegenleistung.

Häufige Fragen

Kann ich die Migration selbst durchführen?

Technisch ja, aber praktisch selten empfehlenswert. Das Migrations-Plugin ist gut dokumentiert und grundsätzlich bedienbar. Die Fallstricke liegen jedoch in den Details: SEO-Redirects, Plugin-Ablösung, Theme-Entwicklung und Datenbereinigung brauchen Erfahrung. Fehler dort merkt man oft erst Wochen nach Go-Live.

Muss mein Shop während der Migration offline sein?

Nein. Die neue Shopware-6-Instanz wird parallel zum laufenden Shopware-5-Shop aufgebaut. Erst beim Go-Live wird der DNS-Switch gemacht. Der Altshop bleibt bis dahin erreichbar.

Was passiert mit meinen Shopware-5-Plugins?

Sie laufen in Shopware 6 nicht. Jedes Plugin muss durch eine Shopware-6-Version ersetzt werden, entweder durch ein verfügbares Pendant im Shopware Store oder durch eine Neuentwicklung. Wir haben ein Portfolio von über 500 eigenen Plugins, darunter viele, die häufige Shopware-5-Erweiterungen in Shopware 6 abdecken.

Wie lange dauert eine Migration typischerweise?

Ein einfacher Shop ist in vier bis sechs Wochen migrierbar. Komplexere Projekte mit individueller Logik, vielen Plugins und einem neuen Design-Konzept dauern drei bis sechs Monate. Realistisch planen ist besser als einen sportlichen Zeitplan zu unterschreiten und danach monatelang Feuer zu löschen.


Die Shopware-Migration ist eines unserer Kernthemen. Wenn du wissen willst, was ein Umstieg für deinen Shop konkret bedeutet, sprechen wir das gerne durch, ohne Verkaufsgespräch, sondern mit klarer Einschätzung.

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