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Grundlagen

Shopware 6 vs Shopware 5: Die wichtigsten Unterschiede

Shopware 6 und Shopware 5 unterscheiden sich grundlegend. Lerne die wichtigsten technischen und funktionalen Unterschiede kennen und entscheide fundiert.

5 Min. Lesezeit

Wer von Shopware 5 auf Shopware 6 wechselt, wechselt nicht einfach eine Version, sondern eine Plattform. Shopware 6 ist von Grund auf neu geschrieben: andere Architektur, anderes Template-System, anderes Plugin-Konzept. Was das konkret bedeutet und warum es sich trotzdem lohnt, zeigt dieser Artikel.

Warum Shopware 6 kein einfaches Update ist

In der Softwarewelt ist es üblich, dass eine neue Hauptversion rückwärtskompatibel ist. Shopware 6 ist das nicht. Das Team hat bewusst entschieden, die technische Schuld der alten Codebasis nicht mitzuschleppen. Herausgekommen ist eine sauber strukturierte Symfony-Anwendung mit einem modernen API-First-Ansatz, aber ohne direkten Upgrade-Pfad.

Das hat Konsequenzen: Themes laufen nicht weiter, Plugins müssen neu entwickelt oder ersetzt werden, und die Datenmigration braucht ein eigenes Werkzeug. Was wie ein Nachteil klingt, ist für viele Händler tatsächlich die Chance, aufgeräumter zu starten als zuvor.

Architektur und technische Grundlage

Shopware 5 baut auf dem Shopware-eigenen Framework mit Zend, Doctrine und einem selbst gestrickten Event-System. Shopware 6 setzt konsequent auf Symfony (aktuell Symfony 7), nutzt Vue.js für das Admin-Panel und eine eigene Storefront auf Basis von Twig und Bootstrap 5. Für Entwickler bedeutet das: Standardwissen aus der PHP-Community passt, man arbeitet nicht mehr mit einem proprietären Stack.

Ein zweiter großer Unterschied ist die API-Architektur. Shopware 6 hat von Anfang an eine vollständige Store API für Headless-Setups, eine Admin API für Drittanbieter und eine gut dokumentierte Erweiterungsschnittstelle. Shopware 5 hatte APIs nachträglich eingebaut, was an einigen Stellen spürbar war.

Plugin-System: Neustart statt Upgrade

Shopware-5-Plugins folgen einer anderen Struktur als Shopware-6-Plugins. Die wichtigsten Unterschiede:

  • Ordnerstruktur: Shopware 6 verlangt eine eigenständige Composer-Paketstruktur, Shopware 5 hatte eigene Konventionen.
  • Events und Subscriber: Shopware 6 nutzt Symfony Event Dispatcher, Shopware 5 hatte einen eigenen Mechanismus.
  • Admin-Erweiterungen: In Shopware 6 werden Admin-Erweiterungen in Vue.js geschrieben, in Shopware 5 war Ext.js das Standard-Framework.
  • Theme-Vererbung: In Shopware 5 erbten Themes voneinander über eine eigene Kette. In Shopware 6 gibt es ein sauber getrenntes Storefront-Plugin-Konzept.

Bestehende Shopware-5-Plugins sind nicht portierbar. Sie müssen entweder neu entwickelt oder durch Shopware-6-Äquivalente ersetzt werden. Für viele Standardfunktionen gibt es fertige Lösungen, und wir haben selbst über 500 eigene Plugins, von denen ein Großteil für Shopware 6 verfügbar ist.

Das Template-System: von Smarty zu Twig

Shopware 5 nutzte Smarty als Template-Engine, ergänzt um ein eigenes Vererbungskonzept. Shopware 6 verwendet Twig. Twig ist die Standard-Template-Engine im Symfony-Ökosystem und deutlich verbreiteter. Entwickler, die mit Twig vertraut sind, finden sich in Shopware 6 schnell zurecht. Vorhandene Shopware-5-Templates sind nicht kompatibel und müssen komplett neu erstellt werden.

Das ist ein echter Aufwand bei der Migration. Gleichzeitig bedeutet es, dass du mit einem neuen Theme startest. Was technisch notwendig ist, kann ästhetisch und inhaltlich ein Gewinn sein.

Admin-Panel und Inhaltspflege

Die Administration sieht in Shopware 6 komplett anders aus. Die Oberfläche ist moderner, schneller und weitgehend aus einer einzigen Vue-Applikation aufgebaut. Wer mit Shopware 5 gearbeitet hat, braucht eine kurze Eingewöhnungszeit, der grundsätzliche Aufbau ist aber intuitiv.

Der größte funktionale Unterschied in der Praxis: die Erlebniswelten (in Shopware 6 oft als Shopping Experiences bezeichnet) sind in Shopware 6 sehr viel mächtiger. Du kannst über das Layout-System im Admin Seiten, Kategorien und Produkt-Listings visuell gestalten, ohne Code anfassen zu müssen. Shopware 5 hatte zwar auch Einkaufswelten, aber mit klarer begrenzten Möglichkeiten.

Dazu kommen Shopware-6-spezifische Features, die in Shopware 5 gar nicht existierten:

  • Der Flow Builder, mit dem du Automatisierungen per Klick konfigurierst.
  • Der Rule Builder für preisliche und logistische Regelwerke ohne Programmieraufwand.
  • Sales Channels für den Betrieb mehrerer Vertriebskanäle aus einer Instanz heraus.

Headless und Composable Commerce

Shopware 5 war monolithisch. Shop und Frontend waren kaum zu trennen. Shopware 6 wurde von Anfang an für Headless-Setups konzipiert. Die Store API erlaubt es dir, den Shop als reines Backend zu betreiben und das Frontend mit einem beliebigen Framework umzusetzen, React, Next.js oder eigene Lösungen. Das ist für die meisten mittelständischen Händler kein akutes Thema, aber es zeigt, in welche Richtung die Plattform denkt.

Wann du jetzt handeln solltest

Shopware 5 befindet sich im End-of-Life-Status. Das bedeutet: keine regulären Sicherheitsupdates, keine neuen Features und ein schrumpfendes Plugin-Ökosystem. Technisch läuft dein Shop weiter, aber das Risikoprofil wächst mit jedem Monat.

Wenn du noch auf Shopware 5 bist, ist der richtige Zeitpunkt für die Planung jetzt, nicht erst wenn der Hoster die PHP-Version abschaltet. Wie der Umstieg konkret aussieht und was dabei zu beachten ist, erklärt der Artikel Von Shopware 5 auf 6 migrieren.

Häufige Fragen

Kann ich mein Shopware-5-Theme in Shopware 6 weiternutzen?

Nein. Die Template-Engines sind verschieden und das gesamte Storefront-Konzept wurde neu aufgebaut. Dein Shopware-5-Theme läuft in Shopware 6 nicht. Du startest mit einem neuen Theme, das entweder auf dem Standard-Storefront basiert oder komplett individuell entwickelt wird.

Was passiert mit meinen Shopware-5-Plugins?

Shopware-5-Plugins sind in Shopware 6 nicht lauffähig. Du musst für jede Funktion prüfen, ob es ein Shopware-6-Plugin gibt, das denselben Zweck erfüllt. In manchen Fällen ist die Funktion bereits im Kern von Shopware 6 enthalten. Für spezifische Anforderungen kann eine individuelle Plugin-Entwicklung nötig sein.

Ist Shopware 6 teurer als Shopware 5?

Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die Community Edition von Shopware 6 ist kostenlos, genau wie Shopware 5 es war. Wenn du auf eine kommerzielle Edition oder einen Cloud-Plan wechselst, kommen Lizenzkosten hinzu. Die Migrationskosten selbst hängen von der Komplexität deines Shops ab. Mehr dazu findest du in unserem Überblick zu den Shopware-6-Editionen.

Muss ich nach der Migration von vorn anfangen?

Bei den Daten nicht. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich mit dem offiziellen Shopware-Migrations-Assistenten übertragen. Bei Themes, Plugins und individuellen Anpassungen dagegen schon. Das ist der eigentliche Aufwand einer Shopware-Migration.


Wenn du gerade prüfst, ob und wie der Wechsel von Shopware 5 auf 6 für dich aussehen könnte, bieten wir einen Migrations-Check an, bei dem wir deinen Shop einschätzen und dir sagen, was der Umstieg konkret bedeutet. Wer das Projekt dann professionell begleiten will, findet alle Details zu unserem Vorgehen unter Shopware-Migration.

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Als Shopware Premium Extension Partner kennen wir die Plattform in der Tiefe. Lass uns ehrlich besprechen, was für dich sinnvoll ist.

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