Was kostet ein Shopware-Shop wirklich? Die Gesamtkosten
Shopware-Kosten ehrlich aufgeschlüsselt: Lizenz, Hosting, Agentur, Plugins und laufende Pflege. So planst du dein Budget realistisch.
Viele Händler schauen beim Thema Shopware zuerst auf den Lizenzpreis und unterschätzen die wahren Kosten um Faktor drei bis fünf. Das ist kein Vorwurf, sondern ein strukturelles Problem: Shopware-Kosten verteilen sich auf viele Posten, die auf den ersten Blick nicht zusammenhängen. Wer ein realistisches Budget plant, muss alle davon kennen, nicht nur die monatliche Planlizenz.
Lizenzkosten: Was du an Shopware direkt zahlst
Seit 2024 setzt Shopware konsequent auf ein Subscription-Modell. Einmalige Lizenzkäufe gibt es nicht mehr. Die drei bezahlten Editionen (Stand Mitte 2026) heißen Rise, Evolve und Beyond.
Rise ist der Einstieg für professionelle Shops. Der Startpreis liegt bei rund 600 Euro pro Monat, abhängig von GMV (Bruttoumsatz) und Vertragslaufzeit. Darin enthalten sind alle wesentlichen Commerce-Funktionen für B2C.
Evolve richtet sich an B2B-Händler und Shops mit komplexeren Anforderungen, etwa Kundengruppen, Budgetverwaltung oder Genehmigungsworkflows. Die monatlichen Kosten beginnen bei rund 2.400 Euro.
Beyond ist die Enterprise-Stufe mit erweiterten Support-SLAs, Multi-Inventory und individuellen Konditionen. Konkrete Preise gibt es hier nur auf Anfrage.
Daneben existiert noch die Community Edition, die offiziell kostenlos bleibt, aber seit März 2025 auf einen Jahresumsatz von 1 Million Euro begrenzt ist. Darüber hinaus greift automatisch die Lizenzpflicht.
Mehr zu den Unterschieden zwischen den Editionen findest du im Artikel Shopware 6 Editionen im Überblick.
Hosting und Infrastruktur
Die Lizenz deckt keine Infrastruktur ab. Für einen selbst gehosteten Shop (Self-hosted) brauchst du zusätzlich einen Server oder Cloud-Dienst. Typische monatliche Kosten je nach Shopgröße:
- Kleiner Shop mit wenig Traffic: ab ca. 40 bis 80 Euro (Managed vServer)
- Mittelgroßer Shop, 50.000 bis 200.000 Besucher pro Monat: ca. 200 bis 600 Euro (dediziertes Managed Hosting)
- Großer Shop oder B2B-Plattform: 800 Euro und mehr, oft mit Load Balancing, Redis, Elasticsearch
Hinzu kommen Kosten für eine CDN, SSL-Zertifikat, E-Mail-Versand-Dienst und ggf. ein separates Staging-System. Wer sich das selbst aufbauen will, unterschätzt den Aufwand. Wer es outsourct, zahlt dafür einen Aufschlag, spart aber Entwicklerstunden.
Ob Cloud-Hosting über Shopware selbst oder eigenes Self-hosted die bessere Wahl ist, erklärt der Artikel Shopware Cloud vs. self-hosted: Was passt zu dir?.
Agentur und Entwicklung
Das ist der größte Kostenblock und gleichzeitig der variabelste. Ein Shopware-Projekt mit einer seriösen Agentur beginnt selten unter 15.000 bis 20.000 Euro für einen einfachen Standard-Shop mit individueller Theme-Anpassung, Zahlungsarten, Versandlogik und ERP-Anbindung.
Realistischere Größenordnungen für mittlere bis komplexe Projekte:
- Standard-Shop mit Anpassungen: 20.000 bis 50.000 Euro
- Komplexer B2B-Shop mit ERP, Rollen, Genehmigungsprozessen: 60.000 bis 150.000 Euro
- Enterprise-Plattform mit Headless-Frontend oder Multi-Store: ab 150.000 Euro
Diese Zahlen schwanken je nach Agentur, Region, Komplexität und Umfang der Individualisierung. Agenturen, die deutlich darunter anbieten, kompensieren das meist durch knappe Konzeption, fehlende Tests oder fehlende Nachbetreuung. Das rächt sich spätestens beim ersten größeren Update.
Plugins und Erweiterungen
Shopware 6 deckt einen Großteil der Standard-Funktionen ab, aber die meisten produktiven Shops brauchen zusätzliche Plugins, etwa für:
- Erweiterte Versandoptionen oder Paketdienst-Anbindung
- Produktkonfiguratoren und Variantenverwaltung
- B2B-Funktionen, wenn nicht in der Lizenz enthalten
- Newsletter-Integration, Tracking, Google Tag Manager
Im Shopware Community Store gibt es hunderte Plugins im Preisbereich zwischen kostenlos und mehreren hundert Euro pro Monat. Ein typisches Setup mit 3 bis 6 bezahlten Plugins kostet schnell 100 bis 400 Euro monatlich zusätzlich. Wer individuelle Plugin-Entwicklung benötigt, rechnet pro Plugin mit 1.000 bis 10.000 Euro einmalig, je nach Komplexität.
Laufende Betriebskosten und Wartung
Nach dem Go-live hören die Kosten nicht auf. Sie verschieben sich. Ein Shopware-Shop, der drei Jahre ohne nennenswerte Pflege läuft, ist nach dieser Zeit in der Regel ein Sicherheitsproblem und eine Performance-Baustelle.
Typische laufende Posten:
- Wartungsvertrag mit Agentur: Abhängig vom Leistungsumfang ab ca. 600 Euro pro Monat aufwärts. Deckt Updates, Sicherheitspatches, kleinen Support und Monitoring ab.
- Shopware-Updates: Jede neue Minor-Version kann Anpassungen an individuellem Code erfordern. Wer Custom-Themes oder viele eigene Plugins hat, trägt hier höhere Update-Kosten.
- Plugin-Updates und Kompatibilitätsprüfungen: Plugins von Drittanbietern sind nicht immer sofort kompatibel mit neuen Shopware-Versionen. Das erzeugt Prüf- und Nachbesserungsaufwand.
Was professionelle Shopware-Wartung umfasst und warum sie sich lohnt, erklärt der Wiki-Artikel Shopware Wartung: Was professionelle Pflege umfasst.
Den Unterschied zwischen einmaliger Lizenz und den echten Betriebskosten beleuchtet außerdem Shopware: Lizenzkosten vs. laufende Betriebskosten.
Gesamtkosten in der Praxis: Drei Beispielprofile
Kleinhändler, Community Edition, einfacher Shop: Hosting 60 Euro, 2 bis 3 Plugins 50 Euro, Wartung minimal. Einmalige Agenturkosten ca. 15.000 Euro. Laufend ca. 150 bis 250 Euro pro Monat. Bis 1 Million Euro GMV ohne Lizenzkosten machbar.
Mittelständischer B2C-Shop, Rise-Edition: Lizenz ca. 600 bis 900 Euro, Hosting ca. 300 Euro, Plugins ca. 200 Euro, Wartungsvertrag ab 800 Euro. Einmalige Projektkosten ca. 30.000 bis 60.000 Euro. Laufend ab ca. 1.900 Euro pro Monat.
B2B-Plattform, Evolve-Edition, ERP-Anbindung: Lizenz ab 2.400 Euro, Hosting ca. 600 Euro, Plugins und ERP-Kosten ca. 400 Euro, Wartung ab 1.500 Euro. Einmalige Projektkosten 80.000 bis 150.000 Euro. Laufend ab ca. 5.000 bis 6.000 Euro pro Monat.
Diese Profile sind Orientierungswerte, keine Garantien. Jeder Shop ist anders.
Häufige Fragen
Kann ich mit der kostenlosen Community Edition dauerhaft sparen?
Bis zu einem Jahresumsatz von 1 Million Euro bleibt die Community Edition lizenzfrei. Aber auch hier entstehen Kosten für Hosting, Agentur und Wartung. Wer stark wächst oder B2B-Funktionen braucht, stößt früher oder später an die Grenzen der CE und muss upgraden. Das sollte von Anfang an in die Planung einfließen.
Warum sind Agenturkosten so schwer vergleichbar?
Weil Angebote selten denselben Umfang haben. Eine Agentur liefert ein fertig konfiguriertes System mit Tests, Dokumentation und Übergabetraining. Eine andere liefert den nackten Shop ohne Schulung. Die Zahlenspalte sieht ähnlich aus, der Wert ist ein anderer. Lass dir immer aufschlüsseln, was im Festpreis enthalten ist und was nicht.
Was passiert, wenn ich keine Wartung buche?
Dein Shop läuft zunächst weiter. Aber Sicherheitsupdates werden nicht eingespielt, Plugins veralten, und irgendwann passt ein Dritt-Plugin nicht mehr zur Shopware-Version. Bei einem aktiven Shop mit echten Bestellungen ist das kein theoretisches Risiko. Typische Folgekosten für einen vernachlässigten Shop sind nach zwei bis drei Jahren oft höher als regelmäßige Wartung gekostet hätte.
Lohnt sich Shopware auch für kleinere Shops?
Das hängt vom Wachstumspotenzial ab. Wer dauerhaft unter 500 Bestellungen pro Monat bleibt und keine B2B-Anforderungen hat, findet mit einfacheren Systemen oft eine günstigere Gesamtlösung. Wer aber absehbar wächst oder komplexere Prozesse hat, ist mit Shopware gut aufgestellt, weil die Plattform mitwächst ohne Systemwechsel. Den Vergleich zwischen Shopware und anderen Systemen findest du unter Für wen lohnt sich Shopware? Händlerprofile im Check.
Fazit
Ein Shopware-Shop kostet in der Praxis deutlich mehr als der Listenpreis der Lizenz vermuten lässt. Wer das Budget realistisch plant, denkt von Anfang an in Gesamtkosten: Lizenz, Hosting, Agentur, Plugins, laufende Wartung und künftige Updates. Die Investition lohnt sich, wenn der Shop zu deiner Komplexität passt und du ihn mit einem Team betreibst, das ihn kennt.
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