Die mit Abstand wichtigste Basis für ein erfolgreiches E-Commerce-Projekt ist das passende Shopsystem. Wir bei BuI setzen bei den Projekten, die wir für unsere Kunden realisieren, auf Shopware. Aus unserer Sicht ist es das umfassendste E-Commerce-System am Markt. Doch auch bei Shopware gibt es unterschiedliche Editionen und Betriebsmodelle, und die Frage „kaufen oder mieten” wird auch 2026 noch regelmäßig so gestellt.
Vorweg die wichtigste Klarstellung, weil sie fast jedes ältere Vergleichsstück im Netz veraltet macht: Eine Shopware-Lizenz zum Einmalpreis gibt es nicht mehr. Shopware hat das Kauflizenz-Modell im September 2022 abgelöst. Seitdem sind alle kommerziellen Pläne Abos, die jährlich abgerechnet werden. „Kaufen” heißt heute also nicht mehr Lizenzkauf, sondern: Du betreibst den Shop selbst, auf eigenem Hosting, mit voller Kontrolle über Code und Daten. „Mieten” heißt, Shopware oder ein Partner übernimmt den Betrieb.
Wir erklären dir, was hinter den Optionen steckt, was sie kosten und für welchen Händlertyp welche Variante passt.
Kaufen oder mieten: worum es eigentlich geht
Ähnlich wie bei einem Haus oder einer Wohnung stellt sich auch beim Onlineshop die Frage, ob du ihn mieten oder kaufen willst. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile, und die richtige Antwort hängt weniger von einem Pauschalurteil ab als von deiner Größe, deinem Anpassungsbedarf und deiner internen IT-Kompetenz.
Beim selbstgehosteten Betrieb liegt der Shop auf eigenem oder gemietetem Hosting. Du hast die volle Kontrolle über Code, Datenbank und Server. Du kannst jedes Plugin installieren, eigene Erweiterungen schreiben lassen und beliebig tief in die Logik eingreifen. Der Preis dafür: Du bist für Betrieb, Updates, Sicherheit und Backups selbst verantwortlich. Entweder mit eigenem Personal oder mit einer Agentur, die das übernimmt.
Ein Mietmodell ist zum Start hin liquiditätsschonender, weil die hohe Einmalinvestition entfällt. Du zahlst monatlich und bekommst dafür laufenden Betrieb. Bei der reinen SaaS-Variante von Shopware läuft alles in der Cloud, du musst dich um Hosting und Updates nicht kümmern. Der Haken: In der SaaS-Welt sind tiefe individuelle Anpassungen nur eingeschränkt möglich. Du bewegst dich innerhalb dessen, was die Plattform vorsieht.
Die Shopware-Editionen im Überblick
Bevor du dich für Kauf oder Miete entscheidest, lohnt der Blick auf die Editionen, denn sie bestimmen den Funktionsumfang.
Die Community Edition ist Open Source und kostenlos, aber nicht mehr unbegrenzt. Seit dem 24. März 2025 gilt eine Fair Usage Policy: kostenfrei bleibt sie bis zu einem Bruttowarenwert (GMV) von einer Million Euro pro Jahr. Darüber wird ein kommerzieller Plan fällig. Das ist die Änderung, die in der Praxis die meisten Händler überrascht, weil sie lange Zeit als „für immer gratis” galt. Wenn du in die Nähe dieser Grenze kommst, gehört das in deine Planung, nicht in die Kategorie „klären wir, wenn es soweit ist”.
Darüber liegen drei kommerzielle Pläne. Die Einstiegspreise (Stand August 2026, jeweils netto und jährlich abgerechnet):
| Plan | ab | Zuschnitt |
|---|---|---|
| Rise | 600 € / Monat | wachsende B2C-Shops |
| Evolve | 2.400 € / Monat | Mittelstand, B2B mit Händlernetz |
| Beyond | auf Anfrage, marktüblich ab ca. 6.500 € / Monat | Enterprise-Anforderungen |
Eine Zahl, die bei dieser Rechnung gern untergeht: Die Lizenz macht typischerweise nur 15 bis 25 Prozent der Gesamtkosten aus. Der Rest verteilt sich auf Hosting, Agenturleistung, Plugins und laufende Wartung. Wer nur die Planpreise vergleicht, vergleicht das kleinere Ende der Rechnung. Die vollständige Aufschlüsselung steht in unserem Wiki-Artikel zu den Shopware-Editionen und -Preisen und zum Verhältnis von Lizenz und Betriebskosten.
Wann Kauf, wann Miete: Entscheidung nach Händlergröße
Kleine Händler und Einsteiger. Wenn du gerade startest, wenig Kapital binden willst und mit den Standardfunktionen auskommst, ist ein Mietmodell oft der vernünftigere Weg. Du kommst schnell live, hältst die Anfangskosten niedrig und kannst dich erst einmal auf Sortiment und Marketing konzentrieren statt auf Serverwartung. Die typische Falle hier: zu früh in teure Individualentwicklung investieren, bevor überhaupt klar ist, ob das Geschäftsmodell trägt.
Mittelständische Händler mit individuellen Prozessen. Sobald du eigene Abläufe abbilden willst, etwa eine spezielle Versandlogik, eine ERP-Anbindung oder B2B-Funktionen mit Kundenpreisen, stößt eine reine SaaS-Lösung an Grenzen. Hier spielt eine selbstgehostete Kauf- oder Mietlizenz ihre Stärke aus, weil du Plugins frei kombinieren und eigene Erweiterungen einbauen kannst. Das ist auch der Bereich, in dem sich eine dauerhafte Shop-Betreuung auszahlt, weil jemand kontinuierlich Updates, Sicherheit und Weiterentwicklung im Griff behält.
Große Händler und Hersteller. Bei hohem Bestellvolumen, mehreren Verkaufskanälen und komplexer Systemlandschaft führt fast kein Weg an einer selbstgehosteten Lösung mit voller Kontrolle vorbei. Performance, Caching, Schnittstellen und Skalierung lassen sich nur dann sauber steuern, wenn du Zugriff auf die Infrastruktur hast. Der Mehraufwand im Betrieb ist hier kein Nachteil, sondern Voraussetzung für Stabilität.
Typische Denkfehler bei der Entscheidung
Der häufigste Fehler ist, nur auf den Planpreis zu schauen. Die Community Edition wirkt kostenlos, wenn man Hosting, Updates, Wartung und Sicherheits-Patches ausblendet. Diese Kosten verschwinden nicht, sie verschieben sich nur. Rechne immer die Gesamtkosten über mehrere Jahre, nicht nur den Einstieg.
Der zweite Fehler ist die Annahme, ein selbstgehosteter Shop sei automatisch zukunftssicher. Auch eine Kauflizenz braucht regelmäßige Updates, sonst läufst du in Sicherheitslücken und Kompatibilitätsprobleme. Wer einen Shopware-5-Shop jahrelang nicht angefasst hat, weiß, wie teuer ein verschleppter Wechsel werden kann. Wenn dich genau dieses Thema betrifft, lies unseren Beitrag zur Shopware-Migration.
Der dritte Fehler: SaaS und Individualität gleichzeitig erwarten. Wer maximale Flexibilität braucht, wird mit einer reinen Cloud-Lösung nicht glücklich. Und wer eigentlich nur einen schlanken Standardshop will, zahlt für eine teure Individuallösung unnötig drauf.
Die ehrliche Vorfrage: wer den Shop betreibt
Die Diskussion um Kauf oder Miete dreht sich oft nur um die Lizenz, dabei ist die wichtigere Frage eine andere: Wer hält den Shop dauerhaft am Laufen? Ein Shop ist nach dem Launch nicht fertig, er beginnt erst. Sicherheits-Patches, Update-Pflege, Performance-Tuning und Kompatibilität von Plugins über Versionssprünge hinweg sind kein Einmalaufwand, sondern Dauerthemen.
Wenn du intern niemanden hast, der das übernehmen kann, ist eine Kauflizenz ohne Betreuung ein Risiko. Der Shop veraltet leise, bis bei einem größeren Update plötzlich nichts mehr zusammenpasst. In dem Fall ist entweder das SaaS-Modell sinnvoll, bei dem Shopware den Betrieb übernimmt, oder eine Lösung mit fester Betreuung durch eine Agentur. Genau deshalb verstehen wir Lizenzwahl und Betreuung nie getrennt voneinander. Die beste Lizenz nützt wenig, wenn niemand den Shop pflegt.
Eine kleine Faustregel für die Praxis: Schreib die wiederkehrenden Aufgaben einmal auf, die in einem Jahr anfallen, von Updates über Backups bis zu kleinen Anpassungen am Sortiment. Wenn diese Liste länger ist als das, was dein Team nebenbei leisten kann, ist die Betreuung kein Kostenpunkt, sondern eine Voraussetzung dafür, dass dein Shop nicht zum Sanierungsfall wird.
Das Beste aus beiden Welten: unsere Premium-Mietlösung
Für viele mittelständische Händler ist genau die Lücke zwischen starrer SaaS und aufwendigem Eigenbetrieb das Problem. Deshalb haben wir eine dritte Option entwickelt: einen schlüsselfertigen Shopware-Mietshop direkt von uns.
Du bekommst einen vollwertigen Shopware-Shop zum monatlichen Festpreis. Einrichtung, Hosting und regelmäßige Wartung sind im Preis enthalten. Anders als bei klassischen SaaS-Lösungen sind individuelle Anpassungen und Programmierungen im vollen Umfang möglich, und du kannst den kompletten Shopware-Plugin-Store nutzen. Damit kombinierst du die Flexibilität einer selbstgehosteten Lizenz mit der Planbarkeit einer Mietlösung.
Die Vorteile auf einen Blick:
- Eigener Shopware-Shop zum monatlichen Festpreis
- Hosting inklusive
- Individuell an Drittsysteme wie ERP oder Versand anbindbar
- Voller Zugriff auf den Shopware-Plugin-Store
- Shop- und Plugin-Updates inklusive
Wer von Anfang an mit sauberer ERP-Anbindung plant, etwa über xentral, spart sich später teure Nacharbeiten. Und wenn du erst einmal verstehen willst, wie ein vollständiges Projekt aufgebaut wird, hilft dir unsere Seite zur Onlineshop-Erstellung weiter.
Unser ehrliches Fazit
Es gibt keine pauschal richtige Antwort. Seit dem Wegfall der Kauflizenz lautet die Frage ohnehin nicht mehr „kaufen oder mieten”, sondern „selbst betreiben oder betreiben lassen”. Für Einsteiger ist ein Mietmodell meist der vernünftige Start, für individuelle Mittelständler zählt Flexibilität, für große Händler die volle Kontrolle. Entscheidend ist nicht der Einstiegspreis, sondern die Gesamtkosten über Jahre und die Frage, wer den Shop dauerhaft betreut.
Preis- und Editionsangaben: Stand August 2026. Shopware passt Pläne und Konditionen regelmäßig an, prüf die für dich gültigen Zahlen im Zweifel direkt bei Shopware oder frag uns, wir ordnen sie für deinen Fall ein.
Du überlegst, welches Modell zu dir passt? Wir schauen uns deine Situation an und sagen dir ehrlich, was sinnvoll ist, auch wenn das mal die günstigere Variante für dich bedeutet. Buch dir einen Termin, dann gehen wir das gemeinsam durch.
Wie gesund ist dein Shop wirklich?
15-Punkte-Selbstcheck zu Updates, Sicherheit, Performance, SEO und Tracking. Sofort-Auswertung, ohne E-Mail-Anmeldung.
Shopware-Projekt im Kopf?
Als Shopware Premium Extension Partner kennen wir die Plattform in der Tiefe. Verbindliches Angebot nach Erstgespräch.