Was eine Shopware-Migration wirklich kostet (und warum Festpreis möglich ist)
Wenn du „Shopware Migration Kosten” googelst, bekommst du Zahlen zwischen 15.000 und 250.000 Euro. Beide sind richtig. Das macht sie als Orientierung nur leider wertlos.
Wir haben uns angeschaut, was verschiedene Agenturen aktuell nennen. Für eine einfache Migration mit Standard-Shop und wenig Eigenentwicklung werden 15.000 bis 25.000 Euro veranschlagt. Für mittlere Komplexität finden sich Spannen von 40.000 bis 120.000 Euro. Und für große B2B-Projekte mit ERP- und PIM-Anbindung stehen Zahlen jenseits von 250.000 Euro im Raum. Diese Spanne ist kein Zeichen dafür, dass irgendjemand lügt. Sie zeigt, dass „Migration” kein definiertes Produkt ist.
Warum die Zahlen so weit auseinandergehen
Der Begriff Migration meint bei jedem etwas anderes. Bei manchen ist es eine Datenübernahme in einen frisch aufgesetzten Standard-Shop. Bei anderen ist der komplette Nachbau eines gewachsenen Systems inklusive aller Sonderlogiken gemeint, plus Relaunch des Designs.
Zwischen Shopware 5 und 6 liegt ein Architekturbruch. Das ist der Kern der ganzen Kostenfrage. Dein alter Custom-Code wird nicht umgezogen, er wird neu geschrieben. Ein Shop mit drei oder vier eigenentwickelten Plugins landet nach Agenturangaben schnell bei über 40.000 Euro, selbst wenn das Design eins zu eins übernommen wird.
Zwei Shops mit identischem Umsatz und identischer Artikelzahl können deshalb um den Faktor fünf auseinanderliegen. Der eine läuft im Standard, der andere hat über acht Jahre Sonderlocken angesammelt.
Die fünf Posten, aus denen sich der Preis zusammensetzt
Wenn du Angebote vergleichst, verlang die Aufteilung. Eine Pauschalsumme ohne Struktur kannst du nicht prüfen.
1. Bestandsaufnahme und Konzept. Was ist drin, was kommt mit, was fliegt raus. Bei uns ein eigenständiger, bezahlter Schritt, weil ohne ihn jede Zahl geraten ist.
2. Aufbau des neuen Shops. Installation, Theme, Konfiguration, Standardfunktionen. Der am besten kalkulierbare Block.
3. Erweiterungen. Für jede Funktion aus dem alten Shop gibt es drei Wege: Standard von Shopware, fertiges Plugin aus dem Store oder Eigenentwicklung. Die Reihenfolge ist auch die Kostenreihenfolge, und der Unterschied zwischen Weg zwei und drei ist oft der Faktor zehn.
4. Datenmigration. Artikel, Kunden, Bestellungen, Kategorien. Als Hausnummer werden dafür 3.000 bis 10.000 Euro genannt, was sich mit unserer Erfahrung deckt, solange die Datenqualität stimmt. Tut sie das nicht, wird es schnell mehr.
5. URLs und SEO. Der Posten, den fast jedes günstige Angebot verschweigt. Jede alte URL braucht ein sauberes Ziel. Wer das überspringt, spart vielleicht ein paar Tausend Euro und verliert Rankings, die über Jahre aufgebaut wurden.
Was den Preis wirklich treibt
Drei Faktoren, und keiner davon ist die Artikelanzahl.
Eigenentwicklungen. Der mit Abstand größte Hebel. Und der, an dem sich am meisten sparen lässt, wenn man ehrlich prüft. Wir gehen bei jedem Migrationsprojekt jede einzelne Sonderfunktion durch und fragen: Braucht das heute noch jemand? Kann Shopware 6 das inzwischen im Standard? Gibt es ein Plugin dafür? In dieser Prüfung fällt regelmäßig ein erheblicher Teil des alten Sonderbaus weg, weil er entweder nicht mehr genutzt wird oder inzwischen Standard ist.
Schnittstellen. ERP, Versand, Payment, Buchhaltung, Marktplätze. Jede Verbindung ist ein eigenes kleines Projekt mit eigener Testphase. Ein Shop mit vier Schnittstellen ist nicht doppelt so teuer wie einer mit zwei, sondern deutlich mehr, weil die Abhängigkeiten untereinander getestet werden müssen.
Datenqualität. Der unterschätzte Posten. Wenn Artikelnummern uneinheitlich sind, Varianten historisch gewachsen und Kategorien mehrfach vergeben, wird aus einem Datenimport ein Datenprojekt. Das merkt man leider erst, wenn man drinsteckt.
Warum ein Festpreis möglich ist, und was er voraussetzt
Wir arbeiten mit Festpreisen, weil „kommt drauf an” als Antwort auf eine Investitionsentscheidung niemandem hilft. Aber ein Festpreis ist kein Zaubertrick, er hat eine Bedingung: Er kommt nach der Bestandsaufnahme, nicht davor.
Wer dir am Telefon nach zehn Minuten einen Festpreis für die Migration eines gewachsenen Shops nennt, hat entweder einen sehr großen Puffer eingerechnet, den du mitbezahlst, oder er wird nachfordern, sobald es unangenehm wird. Beides ist schlechter als ein sauberer zweistufiger Ablauf.
Unser Weg: bezahlte Analyse mit klarem Ergebnis, dann Festpreis auf dieser Basis. Die Analyse gehört dir, auch wenn du danach mit einer anderen Agentur weiterarbeitest. Das ist bewusst so, weil wir keine Kunden wollen, die bleiben müssen.
Was ein Festpreis nicht abdeckt: Anforderungen, die während des Projekts dazukommen. Wenn nach acht Wochen ein neues Feature gewünscht wird, ist das ein Änderungsantrag mit eigenem Preis. Alles andere wäre unehrlich in beide Richtungen.
Wo du sparen kannst und wo Sparen teuer wird
Sparen kannst du bei Funktionen. Jede Sonderlocke, die du streichst, spart doppelt: einmal in der Migration und dann jeden Monat in der Wartung. Der günstigste Code ist der, den niemand schreibt.
Sparen kannst du auch beim Design. Ein Relaunch parallel zur Migration verdoppelt die Laufzeit und macht die Fehlersuche schwierig, weil bei jedem Problem unklar ist, ob es an der Technik oder am neuen Layout liegt. Erst umziehen, dann umbauen.
Teuer wird Sparen an drei Stellen. Bei den URLs, weil verlorene Rankings Monate kosten. Beim Testen, weil jeder Fehler im Live-Betrieb ein Vielfaches der Testzeit kostet. Und bei der Datenmigration, weil schlechte Daten dich noch Jahre später begleiten.
Ein letzter Punkt, den kaum jemand einpreist: Was passiert nach dem Go-live? Ein migrierter Shop braucht ab Tag eins die monatlichen Minor-Releases, sonst beginnt der Rückstand sofort neu. Plane die laufende Betreuung mit ein, bevor du Angebote vergleichst, sonst vergleichst du nur den halben Preis.
Wenn du eine erste Einordnung willst, ohne gleich ein Projekt zu starten, nutz den Migrations-Check. Wenn du wissen willst, wie wir eine Shopware-Migration konkret aufsetzen, steht der Ablauf dort. Und wenn du schon Angebote auf dem Tisch hast und nur eine zweite Meinung brauchst, ob die Zahlen plausibel sind: Dafür reicht ein Gespräch, und wir verkaufen dir dabei nichts.
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