Was ist Shopware? Das Shopsystem im Überblick
Shopware ist das meistgenutzte Shopsystem unter Deutschlands Top-1.000-Online-Händlern. Hier lernst du, wie es aufgebaut ist und für wen es passt.
Shopware ist ein deutsches Shopsystem, das laut EHI unter den 1.000 umsatzstärksten B2C-Online-Shops in Deutschland am häufigsten eingesetzt wird. Es wurde von einem mittelständischen Unternehmen aus Schöppingen in Westfalen entwickelt, ist seit 2019 in der vollständig neu geschriebenen Version 6 verfügbar und deckt heute alles ab, was ein professioneller Online-Händler braucht: von der einfachen Produktpräsentation bis zu komplexen B2B-Prozessen mit Bestellfreigaben und individuellen Preislisten.
Woher Shopware kommt und warum das relevant ist
Shopware wurde 2000 gegründet, startete zunächst als Community-Projekt und wuchs über die Jahre zum festen Bestandteil des deutschen E-Commerce-Ökosystems. Die Version 5 war über viele Jahre Standard. Sie basierte auf einem älteren Zend-Framework-Fundament und wurde zunehmend schwerer zu erweitern, je komplexer die Anforderungen wurden.
2019 erschien Shopware 6 als kompletter Neustart. Symfony als Backend-Framework, Vue.js für das Admin-Interface, eine sauber dokumentierte API, ein modernes Plugin-System. Der Bruch mit der alten Codebasis war bewusst. Wer heute auf Shopware 5 auf 6 migriert, merkt, dass das kein Update ist, sondern ein Plattformwechsel.
Für Händler, die ein System mit langer Zukunftsperspektive suchen, ist dieser historische Hintergrund relevant. Shopware wird aktiv weiterentwickelt, hat eine starke Partnerstruktur und ist im DACH-Markt tief verankert.
Wie Shopware technisch aufgebaut ist
Im Kern besteht Shopware 6 aus drei Schichten.
Das Backend (Administration) ist das Verwaltungs-Interface, in dem Produkte, Bestellungen, Kundengruppen, Preisregeln und alles andere gepflegt wird. Es läuft als Vue.js-Single-Page-Application und ist vollständig über die API erreichbar.
Die Storefront ist das Frontend, das Kunden sehen. Sie basiert auf Bootstrap 5, Twig-Templates und JavaScript. Du kannst sie mit Themes anpassen oder komplett durch eine eigene Headless-Frontend-Lösung ersetzen, wenn du das möchtest.
Der Core im Hintergrund läuft auf PHP und Symfony. Er stellt alle Business-Logik bereit, von der Bestellverarbeitung über die Preisberechnung bis zur Versandkostenermittlung. Die Store API macht diesen Core für Frontends jeder Art zugänglich.
Diese Architektur ist der Grund, warum Shopware so gut erweiterbar ist. Jede Funktion, die du nicht brauchst, kannst du abschalten. Jede Funktion, die fehlt, lässt sich per Plugin nachrüsten, ohne den Core anzufassen.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick
Shopware bringt von Haus aus einen breiten Funktionsumfang mit. Die wichtigsten Bereiche:
- Erlebniswelten: Seiten und Kategorien mit einem visuellen Editor gestalten, ohne HTML anzufassen. Gut geeignet für Landingpages, Kampagnenseiten und Content-Commerce.
- Rule Builder: Preisregeln, Versandkosten, Zahlungsarten und Anzeigebedingungen per Drag-and-Drop definieren, ohne zu programmieren. Mächtig, wenn man die Logik versteht.
- Flow Builder: Automatisierte Abläufe steuern, zum Beispiel nach einer Bestellung eine interne Benachrichtigung senden, Tags setzen oder Kundengruppen ändern.
- Sales Channels: Einen Shopware-Store gleichzeitig für mehrere Frontends, Sprachen oder Vertriebskanäle nutzen.
- B2B-Funktionen: Kundengruppen, individuelle Preislisten, Bestellfreigaben und Mitarbeiterkonten. Ab der Evolve-Edition inklusive.
Für Händler, die Shopware mit einem ERP verbinden wollen, etwa xentral oder Pickware, gibt es eine saubere REST-API und zahlreiche fertige Konnektoren. Mehr dazu im Artikel zur ERP-Anbindung an Shopware.
Editionen und Lizenzmodell
Shopware bietet seine kommerziellen Editionen als Abonnement an. Die Community Edition ist weiterhin kostenlos nutzbar und quelloffen, allerdings ohne offizielle Supportleistungen. Seit 2025 schreibt Shopware ab einem Jahresumsatz von einer Million Euro den Wechsel auf eine kostenpflichtige Edition vor.
Die kommerziellen Editionen heißen Rise, Evolve und Beyond. Rise ist der Einstieg für professionelle B2C-Shops, Evolve ergänzt umfangreiche B2B-Funktionen, Beyond adressiert Enterprise-Anforderungen mit SLA-gestütztem Support. Die genauen Preise und den Unterschied zwischen den Stufen erklärt der Wiki-Artikel zu den Shopware Editionen im Überblick.
Wichtig: Die Lizenzkosten sind nur ein Teil der Gesamtkosten. Hosting, Wartung, Agenturleistung und Plugins kommen hinzu. Wer den echten Budgetbedarf einschätzen möchte, sollte sich den Artikel zu den Gesamtkosten eines Shopware-Shops ansehen.
Shopware oder doch lieber Shopify?
Diese Frage stellt sich vielen Händlern, die einen neuen Shop aufbauen oder auf eine neue Plattform wechseln wollen. Die ehrliche Antwort: Beide Systeme sind gut. Sie sind nur für unterschiedliche Situationen gebaut.
Shopware ist eine selbst gehostete Lösung (oder cloud-betrieben über den eigenen Betrieb). Du hast volle Kontrolle über Daten, Hosting und Erweiterungen. Das macht sie mächtiger, aber auch aufwendiger. Shopify ist ein SaaS-Dienst: Du zahlst monatlich, kümmerst dich nicht um Server und arbeitest in einer kontrollierten Umgebung.
Shopware eignet sich besser, wenn du komplexe Preislogik, individuelle B2B-Prozesse oder tiefe ERP-Integration brauchst. Shopify ist oft die schnellere Wahl für Händler, die schnell wachsen wollen und standardisierte Prozesse bevorzugen. Den direkten Vergleich findest du im Artikel Shopware oder Shopify.
Für wen Shopware eine gute Wahl ist
Shopware trifft dann ins Schwarze, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:
- Du betreibst einen mittelständischen B2C-Shop mit eigenem Lager, individuellen Versandregeln und Marketingbedarf.
- Du willst ein B2B-Portal mit Kundenpreisen, Bestellfreigaben und Mitarbeiterkonten.
- Du hast spezifische Anforderungen, die ein Standardsystem nicht erfüllt, und brauchst eine Plattform, die sich wirklich erweitern lässt.
- Du setzt auf einen deutschen Anbieter, der DSGVO, deutsches Zahlungsverhalten und gängige Versandlogistik von Haus aus mitdenkt.
Weniger geeignet ist Shopware für Händler, die möglichst schnell und günstig live gehen wollen, ohne IT-Affinität im Team und ohne Agentur-Begleitung. Der Einstieg erfordert Einarbeitung. Wer das unterschätzt, scheitert nicht an Shopware, sondern an unrealistischen Erwartungen.
Häufige Fragen
Ist Shopware kostenlos?
Die Community Edition ist kostenlos und quelloffen. Sie kann für jeden Zweck eingesetzt werden. Ab einem Jahresumsatz von einer Million Euro empfiehlt Shopware den Wechsel auf eine der kostenpflichtigen Editionen, ab diesem Schwellenwert ist er laut Lizenzbedingungen verpflichtend. Für kleinere Shops ist die Community Edition ein realer Einstieg, allerdings ohne offizielle Supportleistungen von Shopware selbst.
Welche technischen Voraussetzungen braucht Shopware?
Shopware 6 läuft auf Linux-Servern mit PHP 8.x, einem aktuellen MySQL- oder MariaDB-Server und einem Nginx- oder Apache-Webserver. Für produktive Shops empfiehlt sich zusätzlich ein Redis-Cache und für größere Produktkataloge Elasticsearch. Das Hosting auf einem Shared-Hosting-Paket funktioniert in der Regel nicht zuverlässig. Ein dedizierter oder Cloud-Server ist der reale Mindeststandard.
Kann ich Shopware selbst hosten oder muss ich die Cloud nutzen?
Beides ist möglich. Shopware kann auf eigenem Server oder bei einem Hosting-Partner betrieben werden. Shopware bietet mit den kommerziellen Editionen auch eine verwaltete Cloud-Option an. Welche Variante besser passt, hängt von der internen IT-Kapazität und den Kontrollbedürfnissen ab. Der Artikel zu Shopware Cloud vs. self-hosted hilft bei der Entscheidung.
Gibt es einen Unterschied zwischen Shopware 5 und Shopware 6?
Ja, und er ist erheblich. Shopware 6 wurde von Grund auf neu entwickelt und teilt nur wenig Code mit dem Vorgänger. Die Architektur, das Plugin-System, das Admin-Interface und die Datenstruktur unterscheiden sich grundlegend. Shopware 5 hat offiziell das Ende seines Supports erreicht und sollte migriert werden. Den Vergleich beider Versionen erklärt der Artikel zu Shopware 6 vs. Shopware 5.
Wenn du Shopware konkret einsetzen oder deinen bestehenden Shop professionell betreuen lassen willst, schau dir an, was wir als Shopware-Agentur unter Shopware-Betreuung und auf unserer Shopware-Systemseite anbieten. Wir betreuen Shops langfristig und kennen die Plattform aus über 20 Jahren täglicher Praxis.
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