Shopware B2B Components: Der B2B-Standard erklärt
Shopware B2B Components erklären, was die einzelnen Module leisten, ab welcher Edition sie verfügbar sind und wann du wirklich davon profitierst.
Shopware hat sein B2B-Angebot in den letzten Jahren grundlegend neu aufgestellt. Statt eines monolithischen Plugins gibt es jetzt die B2B Components: mehrere einzeln aktivierbare Module, die du exakt für den Bedarf deiner Kunden kombinieren kannst. Das klingt nach Marketing-Sprech, ist aber tatsächlich eine sinnvolle Architekturentscheidung. Dieser Artikel erklärt, was die Components konkret leisten, ab welcher Edition sie zugänglich sind und wo du trotzdem aufpassen musst.
B2B Suite vs. B2B Components: Was hat sich geändert?
Die B2B Suite war das klassische All-in-one-Plugin für Shopware 5 und wurde in ähnlicher Form für Shopware 6 weitergeführt. Das Problem: Ein monolithisches Plugin bedeutet, dass du alle Funktionen aktivierst, auch wenn dein Kunde nur einen Bruchteil davon braucht. Wartungsaufwand, Kompatibilitätsprobleme und Performanceeinbußen gehen mit.
Die B2B Components brechen dieses Muster auf. Jedes Modul ist ein eigenständiger Baustein, der unabhängig aktiviert, konfiguriert und im Zweifel auch weggelassen werden kann. Für Händler, die nur Bestellfreigaben und kundenspezifische Preise brauchen, aktivierst du genau das. Der Rest bleibt ungenutzt und stört nicht.
Wichtig für alle, die die alte Suite noch im Einsatz haben: Ab Shopware 6.8 endet der Support für die B2B Suite vollständig. Die Migration zu den B2B Components ist kein optionaler Schritt mehr, sondern ein Pflichttermin. Wer das ignoriert, kauft sich technische Schulden.
Den Überblick über alle B2B-Möglichkeiten in Shopware findest du in unserem Wiki-Artikel zu diesem Thema.
Die wichtigsten Module im Überblick
Die B2B Components bestehen Stand 2026 aus mehreren einzeln aktivierbaren Modulen. Hier sind die wichtigsten im Praxisblick:
Individual Pricing ermöglicht kundenindividuelle Preise auf Katalogbreite. Du kannst Prozentrabatte, Festbeträge oder vollständig abweichende Fixpreise pro Kunde oder Organisationseinheit hinterlegen. Das deckt den typischen Fall ab, dass Großhandelskunden ausgehandelte Konditionen haben, die nirgendwo öffentlich sichtbar sein sollen.
Quick Order erlaubt schnelles Bestellen über drei Wege: direkte Artikelnummern-Eingabe, CSV-Upload für Massenbestellungen und gespeicherte Bestelllisten. Gerade für Einkäufer, die denselben Warenkorb regelmäßig neu befüllen, ist das kein Komfort-Feature, sondern Arbeitszeitersparnis.
Order Approval (Bestellfreigaben) setzt Genehmigungsprozesse direkt im Shop um. Mitarbeiter können Bestellungen einleiten, aber erst ab einem bestimmten Schwellenwert oder grundsätzlich braucht eine übergeordnete Rolle die Freigabe. Das reduziert E-Mail-Ping-Pong und macht den Prozess nachvollziehbar. Mehr dazu im Artikel zu Bestellfreigaben und Mitarbeiterkonten in Shopware B2B.
Budgets gehen einen Schritt weiter: Du definierst, wie viel eine Organisationseinheit in einem bestimmten Zeitraum ausgeben darf. Überschreitungen lösen automatisch einen Freigabeprozess aus. Das ist nicht nur für den Händler nützlich, sondern auch ein echtes Verkaufsargument gegenüber Kunden, die eigene Einkaufs-Compliance-Anforderungen haben.
Quote Management bildet den klassischen B2B-Angebotsprozess im Shop ab. Kunden können aus dem Warenkorb heraus eine Angebotsanfrage stellen, der Händler antwortet mit einem individuellen Angebot, der Kunde nimmt an oder verhandelt weiter. Alles läuft innerhalb des Shops, kein separates Angebots-Tool nötig. Den Prozess hinter diesem Modul erklären wir ausführlich im Artikel zu Angeboten und Quote-Management in Shopware B2B.
Employee Management regelt, wer innerhalb eines Kundenkontos welche Rechte hat. Einkäufer, Budgetverantwortliche, Administratoren auf Kundenseite. Die Rechteverwaltung passiert innerhalb des Shops, nicht per Supportanfrage an den Händler.
Organizational Units bilden komplexe Unternehmensstrukturen mit mehreren Standorten, Abteilungen oder Tochterfirmen ab. Jede Einheit kann eigene Budgets, Ansprechpartner und Bestelllimits bekommen. Daneben gibt es weitere Bausteine wie Shopping Lists, die du je nach Bedarf einzeln aktivierst.
Ab welcher Edition verfügbar?
Das ist der Punkt, der am häufigsten falsch kommuniziert wird. Die B2B Components sind kein kostenloses Add-on. Sie sind Teil der kommerziellen Editionen von Shopware.
- Community Edition (kostenlos): Keine B2B Components. Du kannst Kundengruppen anlegen und einfache Preisregeln nutzen, aber die Components fehlen vollständig.
- Rise (Einstieg in die kommerziellen Editionen): Auch hier keine B2B Components. Rise ist für Händler mit B2C-Fokus oder kleinen B2B-Anforderungen, die sich über den Rule Builder und Kundengruppen abbilden lassen.
- Evolve (ab ca. 2.400 Euro/Monat, GMV-abhängig): Hier sind die B2B Components vollständig enthalten. Evolve ist der dedizierte B2B-Plan.
- Beyond (Enterprise-Stufe): Ebenfalls inklusive, mit zusätzlichem Individualisierungsrahmen.
Diese Stufung hat Konsequenzen für die Projektkalkulation. Ein Händler, der bisher auf einer Community Edition läuft und B2B Components einsetzen will, muss auf Evolve upgraden. Das ist eine andere Kostenebene. Wer das in einem Angebot nicht transparent kommuniziert, baut ein Problem vor, das spätestens bei der Vertragsunterzeichnung sichtbar wird.
Einen vollständigen Überblick über alle Editionen und ihre jeweiligen Leistungsumfänge bietet der Wiki-Artikel zu den Shopware 6 Editionen.
Was die Components nicht können
Ehrlichkeit gehört dazu. Die B2B Components decken die häufigsten B2B-Anforderungen sehr gut ab, aber es gibt Grenzen:
Komplexe Kundenportale mit eigener Bestellhistorie, Rechnungsverwaltung oder Retourenabwicklung gehen über die Components hinaus. Wer das braucht, denkt über individuelle Entwicklung nach oder kombiniert die Components mit einer Lösung wie der B2Bsellers Suite, die auf der Shopware-Basis aufbaut und den Funktionsumfang erweitert.
Auch internationale Szenarien, bei denen Preislisten pro Land und Währung variieren, können schnell an die Grenzen der Standard-Konfiguration stoßen. Das ist lösbar, aber erfordert sorgfältige Planung in der Architektur.
Typisches Einsatzszenario aus der Praxis
Ein Großhandel mit etwa 200 Geschäftskunden und einem Mix aus Einkäufern und Einkaufsleitern: Die Einkäufer legen Warenkörbe an, die Einkaufsleiter genehmigen ab 1.000 Euro. Jeder Kunde hat ausgehandelte Preise, die sich von den Listenpreisen unterscheiden. Gelegentlich kommen Sonderbestellungen mit Angebotsprozess.
Das ist der Kernfall, für den die B2B Components gebaut wurden. Quick Order für effiziente Bestellung, Individual Pricing für die Vertragspreise, Order Approval plus Budgets für den Genehmigungsprozess, Quote Management für Sonderfälle. Kein einziges dieser Module ist Luxus, alle sind im Alltag des Einkäufers sichtbar.
Häufige Fragen
Kann ich B2B Components mit der Community Edition nutzen?
Nein. Die B2B Components sind ausschließlich in den kommerziellen Editionen ab Evolve enthalten. Für die Community Edition gibt es Drittanbieter-Plugins, die einzelne B2B-Funktionen nachbilden, aber nicht den vollen Modulumfang der Components abdecken. Wenn B2B ein zentrales Anforderungsfeld ist, führt kein Weg an Evolve vorbei.
Muss ich alle Module aktivieren?
Nein. Das ist gerade der Vorteil des modularen Ansatzes. Du aktivierst nur, was du brauchst, und konfigurierst den Rest gar nicht. Das reduziert Komplexität im Shop und erleichtert die Einführung, weil Kunden nicht mit Funktionen überfordert werden, die für sie irrelevant sind.
Wie läuft die Migration von der B2B Suite zu den Components ab?
Die Migration ist kein simples Update. Daten, Konfigurationen und Workflows müssen übertragen werden, und die Architektur der Components unterscheidet sich an einigen Stellen grundlegend von der Suite. Shopware bietet Migrationswerkzeuge, aber der Prozess sollte mit ausreichend Vorlauf und professioneller Begleitung geplant werden, besonders wenn der Shop im produktiven Betrieb ist.
Was kostet die Evolve Edition wirklich?
Der Listenpreis beginnt bei etwa 2.400 Euro pro Monat, skaliert aber mit dem GMV (Gross Merchandise Volume). Bei höherem Umsatzvolumen steigt der Preis. Exakte Zahlen erfährst du im direkten Gespräch mit Shopware oder einem Partner. Einplanen solltest du außerdem die Implementierungskosten für die initiale Konfiguration der B2B Components, die je nach Komplexität erheblich sein können.
Wenn du überlegst, ob die B2B Components für dein Projekt der richtige Weg sind, oder wenn du gerade vor der Frage stehst, von der B2B Suite zu migrieren, schau dir unsere Shopware-Betreuungsleistungen an oder melde dich direkt. Wir begleiten solche Projekte regelmäßig, von der Anforderungsaufnahme bis zum produktiven Betrieb.
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