Zum Inhalt springen
Zurück zum Shopware Wiki
B2B

Shopware B2B: Möglichkeiten für den Großhandel im Überblick

Shopware bietet umfangreiche B2B-Funktionen für den Großhandel. Du erfährst, welche Module es gibt, was sie kosten und wann sich der Einsatz wirklich lohnt.

5 Min. Lesezeit

Shopware hat sich in den letzten Jahren ernsthaft als B2B-Plattform positioniert. Wer als Großhändler oder Hersteller über einen digitalen Bestellkanal nachdenkt, findet in Shopware 6 ein System, das von einfachen Kundengruppen bis hin zu komplexen Unternehmenshierarchien mit Budgets und Freigabeprozessen alles abdecken kann. Welche Bausteine es gibt, was sie erfordern und wo die Grenzen liegen, erklärt dieser Artikel.

Was macht B2B im Shop komplizierter als B2C?

Im B2C-Shop kauft ein Endkunde, zahlt und erhält seine Ware. Im B2B-Umfeld läuft das selten so geradlinig. Typische Anforderungen, die Großhändler mitbringen:

  • Individuelle Preise je Kunde oder Kundengruppe, oft verhandelt und im ERP hinterlegt
  • Staffelpreise, die ab bestimmten Mengen greifen
  • Bestellungen durch Mitarbeiter, die erst von einem Einkaufsleiter freigegeben werden müssen
  • Getrennte Rechnungsadressen, Kostenstellen oder Abteilungskonten
  • Netto-Preisdarstellung statt Bruttopreisen
  • Schnellbestellmöglichkeiten per Artikelnummer oder CSV-Upload

Ein Standardshop löst das nicht. Shopware bietet für genau diese Szenarien dedizierte Werkzeuge, die je nach Umfang und Edition unterschiedlich tief greifen.

Das Fundament: Kundengruppen und individuelle Preise

Jeder Shopware-Shop kennt Kundengruppen und individuelle Preise schon in der Basisinstallation. Du kannst Kunden in Gruppen einteilen (zum Beispiel “Händler”, “Großabnehmer”, “Stammkunde”) und diesen Gruppen andere Preislisteneinträge, Rabattstrukturen oder Netto-Darstellungen zuweisen.

Das ist für viele mittelständische Großhändler bereits ein guter Einstieg. Kombiniert mit Staffelpreisen lässt sich abbilden, dass Kunde A ab 50 Einheiten einen anderen Preis sieht als bei Einzelbestellung, während Kunde B schon ab 20 Einheiten in die günstigere Staffel fällt.

Was Kundengruppen nicht können: echte Unternehmenshierarchien, Mitarbeiterkonten mit eingeschränkten Rechten oder Freigabeprozesse. Dafür braucht es mehr.

B2B Components: das modulare Framework von Shopware

Shopware hat die ältere monolithische “B2B Suite” in den Wartungsmodus versetzt und durch die B2B Components ersetzt. Das ist kein einzelnes Plugin mehr, sondern eine Sammlung voneinander unabhängiger Module, die du nach Bedarf aktivierst. Stand 2026 umfasst das Framework unter anderem:

Individual Pricing. Jeder Debitor oder jede Kundengruppe erhält eine eigene Preisliste. Auch kundenindividuelle Staffeln sind möglich, so dass zwei Kunden für denselben Artikel bei derselben Menge unterschiedliche Preise sehen.

Quote Management. Dein Vertrieb kann direkt im Shop Angebote erstellen, verschicken und verhandeln. Kunden können Angebote kommentieren oder ablehnen, bevor sie zur Bestellung werden. Das reduziert den E-Mail-Ping-Pong erheblich.

Order Approval. Mitarbeiter legen Bestellungen an, die erst eine Freigabe durch den Einkaufsleiter oder die Geschäftsführung benötigen, bevor sie ausgelöst werden. Budgetgrenzen lassen sich hinterlegen, oberhalb derer die Freigabe automatisch greift.

Employee Management. Ein Unternehmenskunde kann mehrere Mitarbeiterkonten anlegen, Rollen zuweisen und Zugriffsrechte feingranular steuern. Wer darf nur bestellen, wer darf auch Angebote anfordern, wer hat Einsicht in die komplette Bestellhistorie des Unternehmens?

Quick Order. Kunden, die ihre Artikelnummern kennen, wollen keine Produktseiten klicken. Über eine Direkteingabe oder einen CSV-Upload landen Artikel schnell im Warenkorb.

Organizational Units. Für komplexe Strukturen mit mehreren Standorten, Abteilungen oder Tochterfirmen lassen sich Organisationseinheiten abbilden, die jeweils eigene Budgets, Ansprechpartner und Bestelllimits haben.

Budgets. Du legst fest, wie viel eine Organisationseinheit in einem bestimmten Zeitraum ausgeben darf. Überschreitungen lösen automatisch einen Freigabeprozess aus. Daneben gibt es weitere Bausteine wie Shopping Lists, die je nach Bedarf einzeln aktivierbar sind.

Welche Shopware-Edition brauchst du für B2B?

Die B2B Components stehen ab der Evolve-Edition zur Verfügung. Wer mit der Rise-Edition (einstiegsfreundliche Cloud-Option) arbeitet, bekommt Kundengruppen und Staffelpreise, aber nicht das volle B2B-Component-Framework. Für die Evolve- oder Beyond-Edition solltest du mit spürbar höheren Lizenzkosten rechnen. Evolve startet bei rund 2.400 Euro pro Monat. Feste Listenpreise veröffentlicht Shopware darüber hinaus nicht, der Startpreis ist projekt- und GMV-abhängig. Einen guten Überblick über die Editionsunterschiede gibt der Artikel zu Shopware Evolve und Beyond.

Für Shops, die noch auf der alten B2B Suite laufen: Die Suite wird bis etwa Shopware 6.8 gepflegt, dann läuft der Support aus. Eine Migration auf die B2B Components ist kein Selbstläufer. Die Datenstrukturen unterscheiden sich, und nicht jede Suite-Funktion hat ein direktes Pendant in den Components. Wer das auf sich zukommen lassen will, sollte jetzt anfangen zu planen.

ERP-Anbindung: der unterschätzte Dreh- und Angelpunkt

Ein B2B-Shop ohne ERP-Anbindung ist in vielen Fällen ein halbes Projekt. Individuelle Kundenpreise liegen oft schon im ERP, Lagerbestände müssen in Echtzeit stimmen, und Bestellungen sollen direkt in die Auftragsverarbeitung fließen. Shopware bietet dafür offene APIs, aber die eigentliche Arbeit liegt in der Schnittstelle.

Systeme wie xentral oder Pickware sind für Shopware-B2B-Setups besonders verbreitet. xentral bildet komplexe Preislisten, Lieferbedingungen und Kundenstammdaten nativ ab, was die Synchronisation vereinfacht. Wer tiefer in das Thema einsteigen will, findet im Wiki-Artikel zur ERP-Anbindung in Shopware einen guten Einstieg.

Shopware B2B vs. Shopify B2B: ein ehrlicher Vergleich

Wenn du zwischen den Plattformen noch nicht entschieden hast, ist das kein rein technisches Thema. Shopware bietet ein tieferes natives B2B-Framework, insbesondere bei Unternehmenshierarchien und Freigabeprozessen. Shopify hat mit Shopify B2B für Plus-Kunden nachgezogen, ist aber bei komplexen Organisationsstrukturen noch nicht auf demselben Niveau. Der Blog-Artikel Shopware 6 vs Shopify Plus im DACH-B2B-Vergleich beleuchtet die Unterschiede konkret, ohne eine Plattform ideologisch zu bevorzugen.

Häufige Fragen

Brauche ich für B2B zwingend die B2B Components?

Nicht zwingend. Viele Großhändler kommen mit Kundengruppen, Staffelpreisen und ein paar gezielten Plugins weit. Die B2B Components lohnen sich dann, wenn du echte Unternehmenshierarchien, Bestellfreigaben oder ein natives Quote-Management im Shop brauchst. Für einfachere Szenarien ist eine günstigere Edition mit dem richtigen Plugin-Setup oft das wirtschaftlichere Setup.

Was kostet die Umstellung von der B2B Suite auf B2B Components?

Das hängt stark davon ab, wie tief die Suite in deinen Shop integriert ist. Wer die Suite vor allem für Schnellbestellung und einfache Kundenkonten genutzt hat, kommt günstiger weg als jemand, der komplexe Freigabe-Workflows und individuelle Preistabellen betreibt. In unseren Projekten haben wir Migrationen gesehen, die drei Manntage gedauert haben, und solche, die mehrere Wochen Analyse und Umbau erfordert haben.

Kann ich B2B und B2C im selben Shopware-Shop betreiben?

Ja, das ist ein klassischer Anwendungsfall. Shopware erlaubt es, B2C-Kunden andere Preise, andere Sichtbarkeiten und andere Checkout-Wege zu geben als B2B-Kunden. Das setzt aber eine sorgfältige Konfiguration voraus, besonders bei der Preisdarstellung (brutto vs. netto) und der Registrierungsstrecke.

Was ist mit dem Rule Builder für B2B-Logiken?

Der Rule Builder ist ein mächtiges Werkzeug, das auch im B2B-Kontext nützlich ist. Du kannst damit zum Beispiel steuern, dass bestimmte Zahlungsarten nur für verifizierten Unternehmenskunden sichtbar sind, oder dass Versandkosten ab einem bestimmten Bestellwert entfallen. Er ersetzt die B2B Components nicht, ergänzt sie aber sinnvoll.


Wenn du gerade bewertest, ob Shopware für dein B2B-Vorhaben die richtige Basis ist, oder wenn dein bestehender B2B-Shop an seine Grenzen stößt, schau dir unsere Shopware-Betreuung an. Wir kennen B2B-Setups von einfachen Händlerportalen bis hin zu Unternehmensshops mit mehrstufigen Freigabeprozessen und ERP-Echtzeitsynchronisation.

Shopware-Projekt oder Frage im Kopf?

Als Shopware Premium Extension Partner kennen wir die Plattform in der Tiefe. Lass uns ehrlich besprechen, was für dich sinnvoll ist.

BuI Insights

Shopware- & xentral-Praxiswissen direkt ins Postfach

Plugin-Updates, Best Practices, Migrations-Tipps und Branchen-Cases. Ein Mal im Monat, nur das, was wirklich relevant ist. Jederzeit abbestellbar.

Mit dem Klick stimmst du zu, dass wir dir den Newsletter zusenden dürfen (Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO). Mehr in der Datenschutzerklärung.