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Technik

Shopware Erlebniswelten: Seiten ohne Code gestalten

Lerne, wie du mit den Shopware Erlebniswelten Startseiten, Landingpages und Kategorieseiten ohne Code baust und dabei typische Fehler vermeidest.

6 Min. Lesezeit

Die Shopware Erlebniswelten sind das integrierte CMS von Shopware 6. Mit ihnen gestaltest du Startseiten, Kategorieseiten, Landingpages und redaktionelle Inhalte direkt im Backend, ohne einen Entwickler zu rufen. Das klingt nach genau dem, was Online-Händler brauchen. Und es stimmt, wenn du weißt, wie das System aufgebaut ist und wo seine Grenzen liegen.

Was die Erlebniswelten sind und wozu sie dienen

In Shopware 5 hießen ähnliche Funktionen “Shopping Worlds”. In Shopware 6 wurden sie grundlegend überarbeitet und heißen offiziell “Shopping Experiences”, im deutschsprachigen Backend aber weiterhin “Erlebniswelten”. Der Begriff ist etwas groß für das, was darunter steckt, aber das Feature selbst ist solide.

Die Erlebniswelten lösen ein konkretes Problem: Händler wollen ihre Seiten inhaltlich aktuell halten, Aktionen bewerben, saisonale Inhalte einbauen und Landingpages für Kampagnen erstellen. Ohne CMS-Funktion bedeutet das jedes Mal ein Entwickler-Ticket. Mit den Erlebniswelten erledigt das dein Team selbst.

Du erreichst sie im Shopware-Backend unter “Inhalte > Erlebniswelten”.

Der Aufbau: Layouts, Sektionen, Blöcke, Elemente

Das CMS folgt einer klaren Hierarchie:

  • Layout ist das übergeordnete Dokument, zum Beispiel deine Startseite oder eine Kategorieseite. Einem Layout kannst du mehrere Seiten oder Kategorien zuweisen.
  • Sektion ist ein horizontaler Bereich innerhalb eines Layouts, zum Beispiel ein voller Breitenbereich oben oder ein zweispaltiger Inhaltsbereich weiter unten. Sektionen definieren die Grundstruktur.
  • Block ist ein vorgefertigtes Inhalts-Template, das du in eine Sektion ziehst, etwa “Text + Bild”, “Bildgalerie”, “Produktliste” oder “Video”.
  • Element ist der konkrete Inhalt innerhalb eines Blocks, also das eigentliche Bild, der Textinhalt, die Produktzuweisung.

Diese vier Ebenen musst du verstanden haben, bevor du anfängst. Wer sie durcheinanderwirft, arbeitet später ineffizient und baut Layouts, die schwer zu warten sind.

Was du ohne Code bauen kannst

Der Funktionsumfang der Standard-Blöcke ist für die meisten Anwendungsfälle ausreichend. Du bekommst unter anderem:

  • Vollbild-Hero-Banner mit Text-Overlay und CTA-Button
  • Produktlisten und Produktboxen, manuell kuratiert oder regelbasiert
  • Bild-Text-Kombinationen in verschiedenen Varianten
  • Bildgalerien und Slider
  • YouTube/Vimeo-Video-Einbindung
  • Trennlinien, Abstände und Spacer für sauberes Layout
  • Formular-Elemente für einfache Kontaktformulare

Für viele mittelständische Shops reicht das vollständig. Du kannst damit eine professionell aussehende Startseite bauen, saisonale Landingpages für Aktionen erstellen und Kategorieseiten mit erklärendem Content anreichern.

Mehr darüber, was Shopware 6 als Content-Management-System leistet, erklärt unser Blogartikel zum Thema.

Layouts zuweisen: Startseite, Kategorie, Landingpage

Ein Layout allein tut nichts. Es muss einer Seite zugewiesen werden. Shopware unterscheidet drei Einsatzfelder:

Shop-Seiten sind feste Seiten wie die Startseite oder die “Über uns”-Seite. Du findest die Zuweisung in den Einstellungen des jeweiligen Verkaufskanals unter “Shop-Seiten”.

Kategorieseiten lassen sich in der Kategoriepflege mit einem Erlebniswelten-Layout belegen. Das ist besonders nützlich für reichhaltige Einstiegsseiten auf Hauptkategorien.

Landingpages sind eigenständige Seiten ohne Kategoriezugehörigkeit. Sie haben eine eigene URL und tauchen im Menü nur auf, wenn du sie dort verlinkst. Ideal für Kampagnen, Rabattaktionen oder Themenspecials.

Wer die drei Typen kennt, versteht auch, warum Änderungen manchmal genau dort greifen und manchmal nicht.

Typische Fehler aus der Agenturpraxis

Wir betreuen Shopware-Shops seit Jahren und sehen immer wieder die gleichen Probleme mit Erlebniswelten.

Ein Layout für alles. Viele Händler legen ein einziges Layout an und weisen es mehreren Seiten zu. Das klingt nach Effizienz. In Wirklichkeit bedeutet es, dass eine Änderung an einer Stelle alle zugewiesenen Seiten gleichzeitig trifft. Für saisonale Aktionen ist das fatal. Lösung: eigene Layouts für Seiten, die sich inhaltlich unterscheiden werden.

Direkt am Live-Layout arbeiten. Shopware speichert Änderungen sofort, veröffentlicht sie aber erst nach explizitem Klick auf “Veröffentlichen”. Das verleitet dazu, mitten in einem laufenden Layout zu arbeiten und sich darauf zu verlassen, dass nichts angezeigt wird, solange man nicht veröffentlicht hat. Aber: Wenn das Layout bereits veröffentlicht ist, sind Zwischenstände sichtbar. Immer eine Kopie anlegen oder auf der Staging-Umgebung arbeiten.

Mobile vergessen. Erlebniswelten-Layouts sehen im Desktop-Editor schön aus. Ob sie auf dem Smartphone noch funktionieren, prüfen viele erst nach dem Veröffentlichen. Dabei bietet Shopware eine Vorschau für verschiedene Viewports direkt im Editor. Diese Funktion nutzen.

Produktboxen ohne Fallback. Wer Produktboxen manuell befüllt, hat irgendwann Produkte, die deaktiviert oder nicht mehr vorrätig sind. Das erzeugt leere Boxen oder Fehler im Layout. Entweder regelmäßig pflegen oder regelbasierte Produktlisten verwenden, die sich automatisch aktualisieren.

Personalisierung und dynamische Inhalte

Ab der Shopware Rise Edition stehen erweiterte Möglichkeiten zur Verfügung, insbesondere die Zuweisung verschiedener Layout-Varianten auf Basis von Regeln. So kannst du für eingeloggte Kunden, bestimmte Kundengruppen oder bestimmte Sprachen andere Layouts anzeigen lassen.

Dafür greift Shopware auf den Rule Builder zurück, der auch die Steuerung von Preisen und Versandregeln übernimmt. Das Zusammenspiel dieser Systeme ist eine der strukturellen Stärken von Shopware 6. Eine konsequent genutzte Personalisierung kann die Conversion spürbar verbessern, wie wir in unserer Arbeit zur Shopware-Conversion-Optimierung regelmäßig sehen.

Cross-Selling innerhalb von Erlebniswelten

Produktboxen in Erlebniswelten und das native Cross-Selling in Shopware ergänzen sich gut. Cross-Selling-Konfigurationen sind produktbezogen und erscheinen auf der Produktdetailseite. Erlebniswelten hingegen bieten dir Produktboxen auf redaktionellen Seiten und Kategorieseiten. Beide Instrumente dienen der Uplift-Logik, auf unterschiedlichen Stufen im Kaufprozess.

Ein typischer Aufbau in der Praxis: Auf der Kategorieseite zeigt eine kuratierte Erlebniswelt die “Top 5 dieser Kategorie”. Auf der Produktdetailseite ergänzt das Cross-Selling passende Zubehörprodukte. Wer das konsequent durchzieht, erhöht den durchschnittlichen Warenkorbwert ohne technischen Mehraufwand.

Grenzen und wann ein Plugin sinnvoll ist

Die Erlebniswelten können nicht alles. Wenn du komplexe, interaktive Elemente brauchst, einen Konfigurator oder eine Tabellen-Ansicht mit Live-Filtern, kommst du mit Standard-Blöcken nicht weit. Dann brauchst du entweder ein Plugin, das eigene Blöcke mitbringt, oder eine Individualentwicklung.

Auch für sehr umfangreiches Content-Management mit strikten Workflows, Freigabeprozessen und Versionierung sind die Erlebniswelten nicht ausgelegt. Wer das braucht, sollte über ein Headless-CMS als vorgelagertes System nachdenken. Das Shopware Storefront-Konzept bietet dafür die technische Basis über die Store API.

Häufige Fragen

Können meine Mitarbeiter die Erlebniswelten selbst pflegen?

Ja, das ist ausdrücklich das Ziel des Features. Für die tägliche Pflege, also Texte anpassen, Bilder tauschen, Produkte aktualisieren, brauchen Mitarbeiter keine technischen Kenntnisse. Für das initiale Aufsetzen eines neuen Layouts, vor allem wenn es komplex wird, empfehlen wir eine strukturierte Einführung oder das Anlegen durch die Agentur mit anschließender Übergabe.

Kann ich Erlebniswelten-Layouts zwischen Shops oder Verkaufskanälen teilen?

Layouts sind mandantenbezogen und gehören zu einem Verkaufskanal. Du kannst ein Layout kopieren und für einen anderen Verkaufskanal anpassen, aber ein direktes “Teilen” zwischen verschiedenen Shops ist nicht vorgesehen. Bei Multichannel-Setups bedeutet das etwas mehr Pflegeaufwand pro Kanal.

Lassen sich Erlebniswelten zeitgesteuert schalten?

In der Standard-Konfiguration ist eine direkte zeitgesteuerte Aktivierung nicht vorgesehen. Shopware bietet keine “Veröffentlichen ab Datum”-Funktion out of the box. Wer das braucht, zum Beispiel für automatisch startende Aktionen, benötigt ein Plugin oder ein manuelles Prozess-Setup. Das ist ein bekannter Kritikpunkt, der regelmäßig in der Community diskutiert wird.

Was passiert, wenn ich ein Layout lösche, das einer Seite zugewiesen ist?

Die Seite verliert ihren Inhalt und zeigt in der Regel nur die Basis-Struktur ohne Inhaltselemente. Das passiert in der Praxis vor allem, wenn Layouts aufgeräumt werden, ohne vorher zu prüfen, wo sie noch zugewiesen sind. Shopware zeigt vor dem Löschen keine automatische Warnung über aktive Zuweisungen. Vor jedem Löschen prüfen, welche Seiten oder Kategorien das Layout verwenden.

Wie es weitergeht

Die Erlebniswelten sind ein solides Werkzeug, das mehr kann, als die meisten Händler ausschöpfen. Wer sie konsequent nutzt, spart sich viele Entwickler-Tickets und kann Inhalte eigenständig aktuell halten. Wenn du unsicher bist, ob dein Setup sauber aufgesetzt ist, oder wenn du mehr aus deinen Seiten herausholen willst, schau dir unsere Shopware-Betreuung an. Wir begleiten Shops von der initialen Einrichtung bis zur laufenden Optimierung.

Shopware-Projekt oder Frage im Kopf?

Als Shopware Premium Extension Partner kennen wir die Plattform in der Tiefe. Lass uns ehrlich besprechen, was für dich sinnvoll ist.

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