Shopware-Glossar: Die wichtigsten Begriffe erklärt
Shopware-Begriffe kompakt erklärt: Von Administration über Flow Builder bis Storefront. Damit du weißt, worüber dein Entwickler spricht.
Wer zum ersten Mal mit Shopware arbeitet oder mit einer Agentur über seinen Shop spricht, stolpert schnell über Begriffe wie „Sales Channel”, „Storefront” oder „Rule Builder”. Was dahintersteckt und warum es für deinen Shopbetrieb relevant ist, erklärt dieses Glossar kompakt und ohne Umwege.
A bis F
Administration
Das Backend deines Shopware-Shops. Hier verwaltest du Produkte, Bestellungen, Kunden, Rabattregeln und fast alles andere. Die Administration ist eine moderne Single-Page-Application auf Basis von Vue.js. Sie läuft im Browser unter /admin. Wer täglich damit arbeitet, merkt schnell, wo sie stark ist (Erlebniswelten, Flow Builder, Produktpflege) und wo sie Performance kostet (sehr große Kataloge mit tausenden Varianten).
App System Eine neuere Erweiterungstechnik neben dem klassischen Plugin-System. Apps laufen nicht direkt im Shopware-Core, sondern kommunizieren über eine definierte API. Das macht sie isolierter und für Cloud-Editionen besser geeignet. Für technisch tiefe Eingriffe in den Kern sind klassische Plugins meist mächtiger. In der Praxis existieren beide Ansätze nebeneinander.
B2B Suite / B2B Components Shopware bringt ab der Evolve-Edition native B2B-Funktionen mit, die sogenannten B2B Components. Dazu gehören Mitarbeiterkonten, Bestellfreigaben, Angebote und Budgetverwaltung. Wer diese Funktionen in der günstigeren Community Edition braucht, setzt oft auf externe Lösungen wie die B2Bsellers Suite.
CMS / Content Management System In Shopware ist das CMS die Basis der Erlebniswelten. Seiteninhalte bestehen aus Sektionen, Blöcken und Elementen, die per Drag-and-drop angeordnet werden. Das erlaubt Landingpages, Kategorieseiten und Aktionsseiten ohne Entwicklerarbeit.
Custom Fields Eigene Datenfelder, die du Produkten, Kunden, Kategorien oder Bestellungen hinzufügst. Kein Code nötig, komplett über die Administration einrichtbar. Nützlich, wenn du produktspezifische Infos speichern willst, die Shopware nicht von Haus aus kennt, zum Beispiel technische Datenblätter, Zolltarifnummern oder interne Kostenstellen.
Elasticsearch / OpenSearch Volltext-Suchmaschine, die Shopware optional als Ersatz für die eingebaute Datenbanksuche nutzen kann. Bei Shops mit mehreren tausend Produkten ist die native Suche oft zu langsam. Elasticsearch liefert wesentlich bessere Performance und Relevanz, erfordert aber zusätzliche Infrastruktur und Pflege.
Erlebniswelten (Shopping Experiences) Das visuelle Page-Builder-Modul von Shopware. Du baust Seiten aus vorgefertigten Layouts und Blöcken zusammen, ohne eine Zeile Code zu schreiben. Besonders stark für Landingpages, Storytelling-Kategorien und saisonale Aktionsseiten. Die Erlebniswelten sind einer der meistgenannten Gründe, warum Händler zu Shopware wechseln.
F bis P
Flow Builder Ein visuelles Automationstool in der Shopware-Administration. Du definierst Auslöser (z.B. „Bestellung eingegangen”), Bedingungen (z.B. „Bestellwert über 500 Euro”) und Aktionen (z.B. „E-Mail senden”, „Tag vergeben”, „Webhook auslösen”). Der Flow Builder ersetzt viele der früher nötigen Event-Subscriber-Plugins und macht einfache Automatisierungen ohne Entwicklerarbeit möglich.
Headless / Composable Storefront Entkoppeltes Frontend-Modell: Das Shopware-Backend liefert Daten über die Store API, das Frontend ist ein separates Projekt, oft mit React oder Vue. Shopware bietet dafür die Composable Frontends Plattform. Headless eignet sich für Shops mit sehr individuellen Frontend-Anforderungen oder für Multi-Channel-Setups. Der Aufwand für Entwicklung und Betrieb ist deutlich höher als bei der Standard-Storefront.
HTTP-Cache / Page Cache Shopware liefert vollständig gecachte Seiten an nicht eingeloggte Besucher. Das ist der schnellste Weg zu kurzen Ladezeiten. Personalisierte Inhalte wie Warenkörbe oder eingeloggte Preise werden per AJAX nachgeladen. Varnish kann als vorgelagerter Cache-Proxy den Durchsatz weiter steigern.
Plugin Eine Code-Erweiterung, die direkt im Shopware-Kern läuft und fast alles verändern oder ergänzen kann. Plugins können im offiziellen Shopware Store gekauft oder individuell entwickelt werden. BuI Hinsche entwickelt über 500 eigene Plugins, davon mehr als 80 im offiziellen Shopware Store, und baut individuelle Erweiterungen für spezifische Anforderungen. Mehr dazu im Artikel Shopware Plugins erklärt.
Produktstreams Dynamische Produktgruppen auf Basis von Regeln, zum Beispiel „alle Produkte der Marke X mit Lagerbestand größer 0 und Rabatt”. Produktstreams speisen sich automatisch aus dem Katalog und aktualisieren sich ohne manuellen Aufwand. Nützlich für Cross-Selling-Boxen, automatische Kategoriebefüllung oder Promotions.
R bis Z
Redis In-Memory-Datenbank, die Shopware für Session-Caching, den App-Cache und Message-Queue-Verbindungen nutzt. Auf Produktionsservern ist Redis für gut frequentierte Shops faktisch Pflicht, nicht optional. Ohne Redis leidet die Performance unter Last spürbar.
Rule Builder Das Regelwerk hinter Shopware. Fast jede Bedingung im Shop, ob Versandkosten, Preisregeln, Zahlungsarten, Produktsichtbarkeit oder Flow-Aktionen, wird über den Rule Builder definiert. Regeln kombinieren Bedingungen wie Kundengruppe, Bestellsumme, Land oder Warenkorb-Inhalt ohne Programmierarbeit. Wer den Rule Builder versteht, kann sehr viel ohne Entwicklereinsatz steuern.
Sales Channel Ein Verkaufskanal in Shopware ist der Ausgangspunkt für alles, was nach außen sichtbar ist. Dein Onlineshop ist ein Sales Channel, aber auch ein B2B-Shop mit anderen Preisen oder ein Headless-Frontend. Jeder Sales Channel kann eigene Sprachen, Währungen, Kundengruppen, Zahlarten und Versandarten haben. Für Multi-Store-Setups oder internationale Märkte ist das die zentrale Schaltstelle. Der Artikel Verkaufskanäle in Shopware 6 erklärt das Konzept im Detail.
Storefront Das fertige Frontend deines Shopware-Shops. Technisch basiert es auf dem Symfony-Framework und Twig-Templates. Aus Kundensicht ist die Storefront einfach der Shop, den man sieht und bedient. Entwicklungsseitig ist sie das Theme-System, das Shopware mitbringt und das durch eigene Themes und Plugins verändert werden kann.
Symfony Messenger / Message Queue Shopware nutzt für zeitaufwendige Hintergrundaufgaben eine Queue auf Basis des Symfony Messengers. Dazu gehören Indexierungsläufe, Produktexporte oder E-Mail-Versand bei großen Bestellmengen. Die Queue muss auf dem Server aktiv verarbeitet werden. Ohne laufende Worker bleiben Aufgaben liegen, was sich oft in verzögerten Emails oder nicht aktualisierten Produktindizes äußert.
Theme Ein Theme verändert das visuelle Erscheinungsbild der Storefront. Themes bauen auf der Shopware-Standard-Storefront auf und überschreiben gezielt Templates, CSS und JavaScript. Vollständig eigenständige Frontend-Designs werden als Headless-Frontend realisiert, nicht als klassisches Theme.
Twig Die Template-Engine, die Shopware für die Storefront-Frontend-Seiten nutzt. Twig-Templates steuern das HTML-Gerüst jeder Seite. Wer Shopware-Templates anpassen will, kommt an Twig nicht vorbei. Die Syntax ist klar und gut dokumentiert.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Plugin und App?
Plugins laufen direkt im PHP-Code von Shopware und haben tiefen Zugriff auf alle Systemteile. Apps sind isolierte Erweiterungen, die über eine externe API kommunizieren und für Cloud-Editionen ausgelegt sind. Für individuelle Anforderungen mit tiefem Systemzugriff sind Plugins meist die bessere Wahl.
Muss ich Redis und Elasticsearch für jeden Shop einrichten?
Für kleine Shops mit wenigen hundert Produkten und überschaubarem Traffic reicht der Standard-Setup. Redis ist ab mittlerer Last empfehlenswert. Elasticsearch oder OpenSearch zahlt sich ab einigen tausend Produkten aus, wenn die Suche spürbar langsam wird. Eine saubere Beurteilung braucht immer den Blick auf deinen konkreten Shop.
Was ist der Rule Builder und brauche ich ihn?
Ja, sehr wahrscheinlich. Sobald du Preisregeln, individuelle Versandkosten oder unterschiedliche Zahlungsarten je nach Kundengruppe oder Bestellwert brauchst, arbeitest du mit dem Rule Builder. Er ist eines der mächtigsten und am wenigsten erklärten Werkzeuge in Shopware.
Wo liegt der Unterschied zwischen Erlebniswelten und CMS?
Erlebniswelten ist Shopwares Bezeichnung für das eingebaute visuelle CMS. Technisch gesehen sind beides Begriffe für dasselbe Modul. „Erlebniswelten” ist der marketingnahe Name, „CMS” der technische. In der Administration findest du beides im Menü „Content”.
Weiterführende Informationen
Wenn du tiefer einsteigen willst, erklärt der Artikel Was ist Shopware? das System als Ganzes. Für die Frage, welche Edition zu deinem Budget und deinen Anforderungen passt, hilft der Überblick zu den Shopware 6 Editionen.
Wir betreuen Shopware-Shops aktiv und kennen die Ecken und Kanten des Systems aus der täglichen Praxis. Wenn du Fragen zu deinem konkreten Setup hast, schau auf der Shopware-Systemseite vorbei oder melde dich direkt bei uns.
Shopware-Projekt oder Frage im Kopf?
Als Shopware Premium Extension Partner kennen wir die Plattform in der Tiefe. Lass uns ehrlich besprechen, was für dich sinnvoll ist.
Mehr aus dem Shopware Wiki
Was ist Shopware? Das Shopsystem im Überblick
Shopware ist das meistgenutzte Shopsystem unter Deutschlands Top-1.000-Online-Händlern. Hier lernst du, wie es aufgebaut ist und für wen es passt.
Lesen GrundlagenShopware 6 vs Shopware 5: Die wichtigsten Unterschiede
Shopware 6 und Shopware 5 unterscheiden sich grundlegend. Lerne die wichtigsten technischen und funktionalen Unterschiede kennen und entscheide fundiert.
Lesen GrundlagenDie Shopware-Administration: Das Backend verständlich erklärt
Du lernst, wie die Shopware-Administration aufgebaut ist, welche Bereiche du täglich brauchst und wo häufige Fehler passieren. Praxisnah erklärt.
Lesen