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Technik

Versand in Shopware: DHL, GLS und DPD anbinden

DHL, GLS und DPD in Shopware 6 anbinden: Versandregeln, Label-Druck und Trackinglinks richtig konfigurieren, damit deine Bestellabwicklung reibungslos läuft.

7 Min. Lesezeit

Versand klingt nach dem unkompliziertesten Teil eines Shops. Bis der erste Kunde fragt, wo sein Paket bleibt, der zweite falsche Versandkosten bezahlt hat und der dritte ein Label bekommt, das der Zusteller nicht scannen kann. Shopware 6 bringt eine solide Basis für die Versandkonfiguration mit. Ob du DHL, GLS oder DPD anbindest, entscheidet aber, wie tief die Integration geht. Dieser Artikel zeigt, was wirklich dahintersteckt.

Versandmethoden in Shopware 6: das Fundament

In der Shopware-Administration findest du Versandmethoden unter “Einstellungen” und dann “Versand”. Eine Versandmethode ist im Kern ein benannter Datensatz mit einer Preismatrix und optionalen Regeln.

Für jede Methode kannst du festlegen:

  • einen angezeigten Namen und eine Beschreibung für die Storefront
  • eine Lieferzeitangabe
  • Versandkosten auf Basis von Gewicht, Warenwert, Anzahl der Produkte oder festen Beträgen
  • Verfügbarkeitsbedingungen über den Rule Builder in Shopware 6

Der Rule Builder ist hier das entscheidende Werkzeug. Du kannst genau steuern, für welche Länder, Kundengruppen, Warenkorb-Werte oder Produkteigenschaften eine Versandmethode sichtbar ist. Eine “DHL Express”-Option nur für Bestellungen über 150 Euro, die an deutsche Adressen gehen? Das lässt sich ohne Programmierung konfigurieren.

Wichtig: Die Versandmethode in Shopware ist zunächst nur ein Datensatz mit Regeln und Preisen. Die eigentliche Anbindung an Transportdienstleister, also Label-Erzeugung, Tracking und Retourenmanagement, kommt über Plugins oder eine ERP-Integration.

DHL in Shopware anbinden

DHL ist für die meisten deutschen Online-Händler der Standard. Shopware bietet dafür mehrere Wege.

DHL Business Customer Shipping (BCS) ist die direkte API von DHL für Geschäftskunden. Über diese Schnittstelle erzeugst du Labels, buchst Abholungen und erhältst Tracking-Nummern. Im Shopware Store gibt es offizielle und Dritthersteller-Plugins, die diese Verbindung herstellen. Du benötigst ein DHL-Geschäftskundenkonto mit freigeschalteten API-Zugangsdaten.

Was du dabei beachten solltest:

  • Stelle sicher, dass dein DHL-Plugin die aktuelle API-Version unterstützt. DHL hat die BCS-API in den letzten Jahren mehrfach aktualisiert, ältere Pluginversionen produzierten dabei fehlerhafte Labels.
  • Die Retouren-API ist ein eigener Endpunkt. Nicht jedes Plugin bindet sie vollständig an.
  • Für Sendungen in Paketshops oder Packstationen brauchst du spezielle Adressfelder im Checkout, die das Plugin oder eine eigene Erweiterung bereitstellen muss.

Wenn du DHL in ein ERP wie xentral oder Pickware integrierst, entsteht oft die Frage, wer die Labels erzeugt: der Shop oder das ERP. Die Antwort hängt von deinem Prozess ab. Wer das ERP als zentrales Fulfillment-System nutzt, lässt Labels am besten dort erzeugen, denn dann sind Versanddaten und Bestellstatus an einer Stelle. Mehr dazu im Wiki-Artikel zur ERP-Anbindung von Shopware.

GLS in Shopware anbinden

GLS ist besonders im B2B-Bereich und bei grenzüberschreitenden Sendungen in Europa eine häufige Wahl. Die Anbindung an Shopware funktioniert prinzipiell genauso wie bei DHL: Es gibt GLS-Plugins, die sich über die GLS Web-API verbinden und Labels direkt aus der Shopware-Administration oder automatisch bei Bestelleingang erzeugen können.

Aus der Praxis: GLS stellt keine offizielle Shopware-Extension bereit. Du bist auf Drittanbieter-Plugins oder eine individuelle Implementierung angewiesen. Prüfe bei der Auswahl, für welche GLS-Produkte Labels erzeugt werden und ob dein GLS-Depot den API-Zugang ohne Aufpreis bereitstellt. Das ist nicht selbstverständlich.

Für Händler mit komplexen Versandregeln, zum Beispiel verschiedene Dienstleister je nach Region oder Gewicht, übernimmt eine ERP-Anbindung das Routing zuverlässiger als parallele Shop-Plugins.

DPD in Shopware anbinden

DPD bietet über seine Delisprint-Plattform und die DPD-API eine technische Schnittstelle für Geschäftskunden. Plugins für Shopware 6 sind verfügbar, der Funktionsumfang variiert aber stark.

Besonders bei DPD ist die Tracking-Benachrichtigung an den Endkunden ein Thema. DPDs Predict-Funktion, die eine Zeitfenster-Vorankündigung per SMS oder E-Mail sendet, erfordert, dass die Handynummer des Empfängers beim Versand übermittelt wird. Das bedeutet: Das Plugin muss ein optionales Telefonnummer-Feld im Checkout bereitstellen und es korrekt an die API übergeben. Klingt nach einem Detail, ist aber praktisch einer der häufigsten Konfigurationsfehler.

Versandkosten-Konfiguration: die häufigsten Fehler

Unabhängig vom Versanddienstleister gibt es bei der Versandkosten-Konfiguration in Shopware wiederkehrende Probleme:

  • Gewichtsdaten fehlen auf Produkten. Die Versandkostenmatrix kann nach Gewicht staffeln, aber nur wenn jedes Produkt ein gepflegtes Gewicht hat. In vielen Shops fehlt das, und die Versandkosten greifen auf einen Fallback-Wert.
  • Mehrere Versandmethoden ohne klare Regel-Trennung. Wenn zwei Methoden gleichzeitig greifen und keine Regel festlegt, welche Vorrang hat, wählt der Kunde die günstigere. Das kann zu Unterdeckung bei teuren Versandoptionen führen.
  • Steuerliche Zuordnung der Versandkosten. In Shopware kannst du konfigurieren, ob Versandkosten mit dem höchsten Steuersatz des Warenkorbs oder einem fixen Steuersatz berechnet werden. Bei Mischwarenkörben mit 7 und 19 Prozent Mehrwertsteuer hat das buchhalterische Auswirkungen.
  • Fehlende Versandmethoden für bestimmte Länder. Wenn keine der konfigurierten Methoden für ein Land greift, kann der Kunde nicht zur Kasse. Das betrifft oft Randmärkte, die im Checkout trotzdem als Lieferziel auftauchen.

Wenn du die Versandkonfiguration mit Verkaufskanälen in Shopware 6 kombinierst, musst du außerdem beachten, dass Versandmethoden pro Vertriebskanal zugewiesen werden. Eine Methode, die du im Hauptkanal konfiguriert hast, muss für den zweiten Sales Channel explizit aktiviert werden.

Shopware ermöglicht es, an einer Lieferung eine Tracking-URL zu hinterlegen. Diese URL erscheint dem Kunden in der E-Mail und im Kunden-Account. Viele Plugins schreiben die Tracking-Nummer nach der Label-Erzeugung automatisch in die Shopware-Lieferung. Manuell lässt sich das in der Administration am Lieferungs-Tab eintragen.

Wenn die Versandbestätigung fehlt oder die Tracking-URL leer bleibt, liegt es fast immer daran, dass der Flow nicht korrekt konfiguriert ist oder das Plugin die Tracking-Daten zu spät schreibt. Der Flow Builder in Shopware 6 ist der richtige Ort, um alle Statusbenachrichtigungen zu steuern, ohne doppelte Konfiguration über Plugins.

Tiefere Integration über ERP und Fulfillment

Wenn dein Versandvolumen wächst oder du mehrere Dienstleister parallel nutzt, stößt die direkte Plugin-Anbindung im Shop schnell an Grenzen. ERP-Systeme wie xentral oder Pickware übernehmen dann das gesamte Versandmanagement: Sie empfangen die Shopware-Bestellungen, entscheiden nach Regelwerk, welcher Dienstleister greift, erzeugen Labels und übermitteln Tracking-Nummern zurück an den Shop.

Diese Kombination ist deutlich robuster als viele parallele Shop-Plugins, weil Versandlogik und Lagerprozesse an einem Ort zusammengeführt werden. Wie Zahlungsarten und Bestellworkflows in Shopware 6 zeigen, wird die Prozesssteuerung einfacher, wenn alle Systeme sauber ineinandergreifen. Für komplexere Carrier-Logik mit eigener API ist individuelle Schnittstellenentwicklung der richtige Weg.

Häufige Fragen

Brauche ich für jeden Versanddienstleister ein eigenes Plugin?

In der Regel ja. Jeder Dienstleister hat eine eigene API, und Shopware selbst bringt keine nativen Anbindungen für DHL, GLS oder DPD mit. Es gibt Multi-Carrier-Plugins, die mehrere Dienstleister bündeln, aber deren Tiefe bei der Konfiguration und Fehlerbehandlung ist oft geringer als bei spezialisierten Einzellösungen. Welchen Weg du wählst, hängt davon ab, wie viele Dienstleister du aktiv nutzt und wie viel Konfigurationsflexibilität du brauchst.

Was passiert, wenn ein Versandplugin nach einem Shopware-Update nicht mehr kompatibel ist?

Dann schlägt die Label-Erzeugung beim nächsten Versandvorgang fehl. Im schlimmsten Fall bricht der Checkout zusammen, wenn das Plugin auch in der Bestellabwicklung greift. Deshalb Shopware-Updates immer erst auf einer Staging-Umgebung testen und Plugins auf Kompatibilität prüfen, bevor du auf dem Produktivsystem aktualisierst.

Kann ich Versandkosten nach Warenkorb-Wert und Gewicht gleichzeitig staffeln?

Ja, über die Preismatrix in der Versandmethode. Shopware 6 erlaubt es, mehrere Berechnungsregeln zu kombinieren. Du kannst zum Beispiel sagen: bis 2 kg und bis 50 Euro Warenwert kostet der Versand 4,90 Euro, ab 50 Euro Warenwert ist er kostenlos, unabhängig vom Gewicht. Das lässt sich direkt in der Administration ohne Plugin konfigurieren. Für sehr komplexe Kombinationslogiken wird der Rule Builder eingesetzt.

Wie übermittle ich Tracking-Nummern automatisch an Kunden?

Das läuft in Shopware 6 über den Flow Builder. Der Auslöser ist der Zustandswechsel einer Lieferung, zum Beispiel von “Offen” auf “Versendet”. Das Label-Plugin muss die Tracking-Nummer direkt nach der Erzeugung in die Shopware-Lieferung schreiben, damit der Flow sie in die Versandbestätigung einbettet. Bei manueller Erfassung trägst du die Nummer selbst ein, bevor du den Status wechselst.


Versandanbindungen sind einer der häufigsten Stolpersteine bei Shopware-Projekten und bei laufenden Shops nach Plattformwechseln. Wenn du sichergehen willst, dass Labels, Tracking und Versandkosten sauber konfiguriert sind, oder wenn du eine komplexere Carrier-Logik über ein ERP abbilden möchtest, schau dir unsere Shopware-Betreuung an. Dort ist die Konfiguration und Pflege solcher Schnittstellen ein fester Bestandteil.

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